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Strahlende Erdnuss: Astronomen entdecken gewaltigen Doppelstern

Strahlende Erdnuss: Astronomen entdecken gewaltigen Doppelstern

Französische Astronomen haben einen Stern entdeckt, der so groß ist, dass in ihm ein großer Teil unseres Sonnensystems Platz finden würde. HR 5171 A ist der größte bekannte gelbe Stern in unserer Galaxis.

Garching/Nizza. Französische Astronomen der Europäischen Südsternwarte Eso haben in 12 000 Lichtjahren Entfernung von der Erde einen gelben Riesenstern von gigantischen Dimensionen entdeckt. Der sogenannte Hyperriese HR 5171 A ist 1300 Mal größer als unsere Sonne. Das bedeutet, dass in ihm der größte Teil unseres Sonnensystems bis über den Planeten Saturn hinaus Platz finden würde.

HR 5171 A ist damit laut einer Mitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie ein Platz in den Top Ten der größten Sterne sicher. Der gelbe Riese gehört zu einer extrem seltenen Spezies in unserer Milchstraße. Nur zwölf Sterne seines Typs sind derzeit bekannt. Ihnen ist allesamt nur ein kurzes Leben beschieden. Riesensterne sind instabil, weil sie in jungen Jahren verschwenderisch mit ihrer Energie umgehen. Sie stoßen schließlich riesige Mengen Materie ab, die dann eine ausgedehnte Atmosphäre um den gelben Stern bildet. HR 5171 A ist das größte bekannte Exemplar der gelben Riesen. Er ist nicht nur zweimal größer, als es die Astronomen bisher für möglich hielten, sondern auch in anderer Hinsicht eine Besonderheit. Er wird von einem stellaren Begleiter auf einer so engen Umlaufbahn umkreist, dass dieser ihn berührt, entdeckte das Eso-Team um den Astronomen Olivier Chesneau vom Observatoire de la Côte d'Azur in Nizza. Die beiden Sterne, die eine Million Mal heller als unsere Sonne leuchten, wirken so wie ein einziger Himmelskörper in Form einer Erdnuss. Ein Umlauf des kleineren Begleiters von HR 5171 A dauert 1300 Tage. Die Oberfläche des kleinen Sterns ist mit 5000 Grad Celsius nur geringfügig heißer als die seines großen Bruders. Bei Vergleichen mit Beobachtungen vergangener Jahrzehnte fanden die Astronomen heraus, dass der Riesenstern in den vergangenen 40 Jahren sein Volumen vergrößert hat.

Trotz seiner Entfernung von 12 000 Lichtjahren kann das Doppelsternsystem von einem Beobachter mit guten Augen gerade noch ohne Fernglas im Sternbild Centaurus (Zentaur) wahrgenommen werden.