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Stiftung Warentest hat Antivirensoftware getestet - kostenlose konnte überzeugen

Kostenpflichtiger Inhalt: Test : Kostenloser Virenschutz gewinnt Test

Betrügerische Mails, gestohlene Passwörter und verschlüsselte Rechner: Verbraucher brauchen eine Antivirensoftware. Dabei sind laut Stiftung Warentest Gratis-Programme genauso gut wie Bezahlsoftware.

Wer im Netz surft, braucht für seinen Rechner einen Antivirenschutz. Die Stiftung Warentest hat 28 Programme getestet, neun davon sind kostenlos nutzbar. Die Tester kommen zu dem Ergebnis, dass der Preis nichts über die Qualität aussagt. Einer der beiden Testsieger ist ein kostenloses Programm.

Die Verbraucherschützer haben bei den 19 Schutzprogramme für Windows und neun für Rechner mit MacOS geprüft, wie schnell die Software reagiert, ob sie zuverlässig zwischen harmlosen und gefährlichen Dateien unterscheidet und ob sie wirksam vor Phishing-Angriffen schützt, also vor dem Diebstahl sensibler Nutzerdaten wie Passwörtern und Zugangsnamen. Zudem wurde bewertet, wie stark die Rechnerbelastung ausfällt und wie gut sich das Programm bedienen lässt. Mehr als 40 000 Schadprogramme, bösartige Webseiten und Phishingmails wurden dazu laut Stiftung Warentest zusammengetragen.

Zwei der getesteten Programme für Windows erhielten die Gesamtnote „sehr gut“ (1,5): die Bezahlversion Antivirus Pro für 35 Euro pro Jahr und die Gratisvariante Free Security Suite von Avira. Auch die kostenlosen Sicherheitssoftwares Avast Free Antivirus und AVG Antivirus Free konnten in puncto Schutz überzeugen. Handhabung und Rechnerbelastung, die jeweils mit der Note „gut“ bewertet wurden, verhinderten knapp die Gesamtnote „sehr gut“. Zwölf weitere Programme schnitten im Test „gut“ ab. Nur zwei erhielten lediglich ein „Befriedigend“, darunter der Microsoft Defender. Die Tester bescheinigen dem auf Windows vorinstallierten, werbe- und kostenfreien Schutzprogramm zwar eine sehr gute Wächterfunktion, da es Dateien zuverlässig blockiere und lösche. Allerdings schlage es öfter auf Dateien an, die keinen schädlichen Code enthielten. Vor Phishing-Angriffen und bösartigen Webseiten schütze es gar nicht. Wer den Defender nutzen will, sollte ihn mit einem Browser kombinieren, der vor Phishing schützt, rät die Stiftung Warentest. Dazu gehörten etwa Microsoft Edge, Google Chrome oder Mozilla Firefox. Besser seien Programme mit sehr gutem Phishingschutz. Den bieten neben den Testsiegern immerhin zehn weitere Programme.

Die Programme für Mac schneiden laut der Tester insgesamt etwas schlechter ab. Das liege daran, dass Apple sein Betriebssystem stark abschirme, was einerseits gut ist, weil so nur wenige Schadprogramme Mac-Nutzern gefährlich werden können. Andererseits führe es dazu, dass auch die Schutzprogramme weniger Zugriffsrechte haben und dadurch weniger effektiv sind. Zwei der für Mac-Rechner getesteten Sicherheitssoftwares erhielten die Note „gut“, der Rest schnitt „befriedigend“ ab. Für die bestplatzierten Programme Bitdefender Antivirus for Mac und Eset Cyber Security pro müssen Verbraucher allerdings zahlen, 35 Euro jährlich schlagen für Eset zu Buche, 40 Euro für den Bitdefender. Die Stiftung Warentest rät Mac-Nutzern, besonderen Wert auf sehr guten Phishingschutz zu legen. Den bieten überraschend nicht die Testsieger, sondern die Gratisprogramme Avast Free Security for Mac und AVG Antivirus for Mac.

Stiftung Warentest hält solche Schutzprogramme für unverzichtbar, doch ein 100-prozentiger Schutz sei nicht möglich. Sie raten Nutzern, darauf zu achten, keine Links in dubiosen Mails anzuklicken, keine Software von unbekannten Webseiten zu laden und keine fremden Programme zu starten. Zudem weisen sie daraufhin, dass der Schutz vor bösartigen Webseiten und E-Mail-Links am besten mit einer Onlineverbindung funktioniert. Es sei empfehlenswert, den Viren-Scanner immer mit Internetverbinung zu starten. So erhalte er auch neueste Vireninfos und erkenne verdächtige Dateien.