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Steuererklärung ohne Papierkram

Steuererklärung ohne Papierkram

Stichtag ist der 31. Mai. Bis dahin will das Finanzamt die Steuererklärung sehen. Wer Zeit sparen will, kann auf Computer-Programme zurückgreifen. Die Software Elster der Finanzverwaltung ist zwar kostenlos, aber nicht sonderlich benutzerfreundlich. Kostenpflichtige Alternativen können sich unter Umständen lohnen.

Viele gehen im Frühjahr zum Finanzamt, holen sich einen Stapel Formulare auf grau-grünem Papier und reservieren sich ein Wochenende, um gesammelte Belege in die Steuererklärung einzutragen. Schneller als mit Stift und Papier geht es aber am Computer, entweder mit gekaufter Software oder dem kostenlosen Programm Elster der Finanzverwaltung .

Zeit lässt sich unter anderem durch die vorausgefüllte elektronische Steuererklärung sparen. Deren Grundidee ist, dass beim Finanzamt einige Daten wie Adresse, Bankverbindung oder Zahl der Kinder vorliegen und andere wie Lohnsteuer und Krankenversicherung elektronisch übermittelt werden. Um das alles nutzen zu können, muss man sich aber einmal unter elsteronline.de registriert und ein elektronisches Zertifikat beantragt haben.

Wer die Software der Finanzverwaltung nutzt, müsse jedoch wissen, wo welche Angaben zu machen sind, erklärt Markus Fischer von der Stiftung Warentest . Elster helfe den Verbrauchern nicht bei der Steuererklärung, kommerzielle Software hingegen habe diesen Anspruch. Genauso wie bei Hilfe-Apps bestehe ihre Grundidee darin, dem Nutzer die richtigen Fragen zu stellen.

Dass dieser Unterschied Geld kosten kann, zeigt ein Versuch der Zeitschrift Computerbild (Ausgabe 6/16). Leser setzten sich unter Aufsicht an den Computer und gaben ihre Steuerdaten ein. "Allen rechnete Elster eine geringere Steuererstattung aus als die kommerziellen Programme", fasst Computerbild-Redakteur André Hesel das Ergebnis zusammen. Ein weiterer Kritikpunkt an Elster ist, dass manchmal wegen der fehlenden Anleitung Daten falsch eingetragen werden. Außerdem wiesen Kaufprogramme auf Pauschalen etwa für die Kontoführung hin. Elster mache das nicht.

"Elster ist nicht intuitiv zu bedienen", bestätigt auch Fischer. Wer aber bereits früher mit den Formularen fertig geworden sei, komme auch mit dem Programm klar und spare Zeit und Papier . So müssen etwa bei elektronischer Übermittlung weniger Belege an die Behörde geschickt werden. Und wenn die digitale Erklärung rechtzeitig auf dem Finanzamtsserver angekommen ist, dürfen fehlende Belege auch später noch nachgereicht werden.

Wer fürchtet, elektronisch vielleicht vorschnell falsche Angaben auf den Weg zu bringen, kann die mit einer Steuersoftware ausgefüllten Formulare auch weiterhin ausdrucken, genau lesen und nach wie vor persönlich beim Finanzamt abgeben. An die Fähigkeiten eines Steuerberaters kommt nach Meinung von Fischer und Hesel auch die beste Software nicht heran. Das Hinzuziehen eines Profis sei besonders ratsam, wenn es um ein Gewerbe oder Selbstständigkeit geht. Vielen Hausbesitzern, die mit einer Photovoltaikanlage Strom einspeisen, sei etwa nicht bewusst, dass dies Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb bedeute, sagt Annekathrin Wernsdorf, Referentin im Steuerberaterverband. Und Selbstständigen biete ein Steuerberater zudem betriebswirtschaftliche Beratung.

"Wer sich unsicher ist, was er da tut und reinschreiben muss, kann sich auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden", erklärt Fischer. Hesel und Fischer sind sich unterdessen sicher, dass es sich lohnt, eine Steuererklärung abzugeben. Für alle, die davon noch nicht überzeugt sind, hat Fischer eine beruhigende Gewissheit: "Wenn Sie freiwillig eine Steuererklärung abgeben, und es kommt doch zu einer Nachzahlung, können Sie die sogar zurückziehen."

Der Preis für die Steuerhelfer am PC liegt ungefähr zwischen 15 und 40 Euro. Wer diese Summe in diesem Jahr sparen und noch einmal das Programm von 2015 verwenden möchte, wird enttäuscht. Zum einen achten die Anbieter darauf, dass nur Ergebnisse als Steuererklärung 2016 gekennzeichnet werden können, die mit der aktuellen Software erstellt wurden. Abgesehen davon gebe es in jedem Jahr Änderungen, die nicht nur einzelne Gruppen, sondern alle Steuerzahler beträfen, so André Hesel. Mit der Abgabe der Steuererklärung sei der Job der gekauften Software aber noch nicht vorbei. Viele Programme könnten den elektronischen Steuerbescheid analysieren. Entdecken sie Fehler, werden für Einzelfälle passende Musterbriefe angeboten, mit denen unkompliziert Einspruch beim Finanzamt erhoben werden könne, erklärt Hesel.