Sparsamkeit und ein sicheres Passwort können vor Datensammlern schützen

Auch ein sicheres Passwort ist wichtig : Das Internet muss nicht alles wissen

Datenschützer raten zu extremer Zurückhaltung bei der Freigabe persönlicher Informationen im Internet.

Kreditkartendaten, Telefonnummern, Adressen. Immer wieder tauchen auf Online-Plattformen komplette Datensätze mit teils sehr vertraulichen Informationen von nichtsahnenden Internet-Nutzern auf. Sie sind meist von Kriminellen aus Datenbanken sozialer Netzwerk oder Online-Shops gestohlen worden. Dagegen kann sich kein Verbraucher schützen. Doch er kann etwas anderes tun, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie empfiehlt extreme Zurückhaltung bei der Freigabe persönlicher Informationen über das Internet.

Was einmal ins Internet gelangt ist, bleibt dort meist dauerhaft und verschwindet nicht von selbst, erklären die Verbraucherschützer. Daher könne noch Jahre später etwas, was online veröffentlicht wurde, einem Nutzer schaden. Sicherer sei es, so wenig Informationen wie möglich weiterzugeben. „Wer sich bei Online-Diensten anmeldet, sollte, wenn möglich, nicht alle abgefragten Daten preisgeben“, rät die Verbraucherzentrale NRW. Auch bei alten Fotos sollte man hinterfragen, ob sie weiterhin im Internet sein müssen.

Einige Apps bitten bei der Installation um fragwürdige Zugriffrechte für Smartphones. Auch diese Programme könnten Daten sammeln und illegal verkaufen. Eine Taschenlampen-App müsse nicht wissen, welche Kontakte im Adressbuch stehen. Smartphonebesitzer können unter iOS oder Android selbst entscheiden, welche Rechte sie einer Software zugestehen.

Hin und wieder kann auch die Suche des eigenen Namens mit einer Suchmaschine zum Erfolg führen, wenn man seine Daten im Internet finden will. „Wer bei seiner Suche unliebsame Behauptungen auf anderen Internetseiten entdeckt, kann die Seitenbetreiber auffordern, diese Daten umgehend zu löschen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. So müssten auch Hassbotschaften oder Mobbingbeiträge gelöscht werden, wenn sie den sozialen Netzwerken gemeldet werden. Die seien verpflichtet, binnen 24 Stunden rechtswidrige Beiträge zu löschen.

Um Datensammlern und Hackern keinen direkten Zugang zu den eigenen Informationen zu geben, seien sichere Passwörter unerlässlich. Jedes Konto sollte ein eigenes Kennwort haben, empfehlen die Verbraucherschützer. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät zudem: „Wer viele Online-Accounts hat, für den empfiehlt sich ein Passwort-Verwaltungsprogramm wie zum Beispiel keepass.“ Dann wird nur noch ein Hauptpasswort benötigt, welches dann den Zugriff auf hinterlegte Zugangsdaten gibt. Außerdem kann die Software auch sichere Passwörter generieren.

Eine weitere Methode für einen sicheres Kennwort sind Sätze aus denen Passwörter gebildet werden. Der Verbraucher denkt sich eine Phrase aus, wie zum Beispiel „Morgens stehe ich auf und putze mir meine Zähne drei Minuten lang“ und kann sich aus den ersten Anfangsbuchstaben nun ein Passwort zusammensetzen, das mindestens acht Zeichen lang sein und Groß- und Kleinbuchstaben beinhalten sollte: „MsiaupmmZdMl“. Um eine solche Kombination noch sicherer zu machen, empfiehlt das BSI einzelne Buchstaben mit Zahlen und Sonderzeichen zu ersetzen, die ähnlich aussehen oder die gleiche Bedeutung haben – beispielsweise „i“ und „l“ durch „1“ oder „und“ durch „&“. So wird aus dem Beispiel ein sichereres Kennwort: „Ms1a&pmmZ3M1“. Ein Zitat aus dem Lieblingsroman oder dem Lieblingslied sollten Nutzer jedoch vermeiden, da solche Kombinationen für Hacker wiederum einfacher zu knacken seien, als selbst ausgedachte, willkürliche Sätze, warnt das BSI. Wichtig sei auch, dass Verbraucher ihre Passwörter nicht weitergeben oder per E-Mail verschicken. Nachrichten könnten im Internet verschwinden, abgefangen oder teils unverschlüsselt mitgelesen werden.

Das BSI rät weiterhin, voreingestellte Passwörter, wie sie bei vielen Programmen üblich sind, sofort zu ändern. Allgemein sollten Passwörter regelmäßig, bestenfalls mindestens einmal pro Jahr, erneuert werden. Spätestens, wenn ein Verbraucher eine Schadsoftware auf seinem Computer entdeckt oder Zugriffe auf seine Benutzerkonten durch Dritte bemerkt, muss er seine Passwörter sofort ändern.

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