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So lassen sich Smartphones wiederfinden

Wenn das Handy verloren geht : So lassen sich Smartphones wiederfinden

Stiftung Warentest: Handys können so eingestellt werden, dass sie im Verlustfall aus der Ferne aufgespürt werden können.

Jeder, der schon mal auf der Suche nach seinem Smartphone war, kennt das. Panik. Nicht nur, dass die Geräte häufig sehr teuer sind, auch sensible persönliche Daten, die nicht in fremde Hände fallen sollten, tragen die kleinen Computer mit sich. Erste Maßnahme ist oft, mit einem anderen Telefon anrufen, um zu hören, ob das Smartphone noch in der Nähe ist. Ist dieser Versuch erfolglos, ist es gut, wenn zuvor Fernortungsdienste auf dem vermissten Smartphone eingerichtet wurden, wie die Stiftung Warentest erklärt. Aber auch andere Maßnahmen wie sichere Sperren sollten eingestellt worden sein, falls das Smartphone gestohlen worden sein sollte.

Jeder Smartphone-Nutzer könne bei der ersten Einrichtung des Telefons bereits Schutzmaßnahmen ergreifen, denn wer erst handelt, wenn das Smartphone weg ist, ist vermutlich zu spät dran. Die Produkttester raten daher, im Vorfeld das Handy vor fremden Zugriffen abzusichern. Eine erste Maßnahme sollte daher sein, eine automatische Bildschirmsperre einzurichten, die sich nur durch eine persönliche Identifikationsnummer (Pin) aufheben lässt. Unbedingt zu beachten sei dabei, eine möglichst komplizierte Pin zu wählen, „1234“ oder der eigene Geburtstag seien nicht sicher. Bequemer funktioniere aber die Entsperrung per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Aber auch hier gibt es laut Stiftung Warentest Schwachstellen, denn bei einigen Geräten ließe sich die Gesichtserkennung mit einem Porträtfoto austricksen.

Riskant für Smartphone-Besitzer seien zudem automatische Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm. Bei vielen Handys sei diese Funktion voreingestellt. Nachrichten wie Mails oder SMS werden dabei auch auf gesperrten Bildschirmen angezeigt. Das mag im Alltag praktisch sein, könne aber zu Problemen führen, wenn die Handynummer beispielsweise für mobile Tan-Verfahren beim Online-Banking oder als Identifikationsmöglichkeit bei anderen Online-Diensten eingesetzt werde. Sensible Informationen könnten so trotz Bildschirmsperre öffentlich eingesehen werden. Deshalb sollte das Smartphone so eingestellt werden, dass der Sperrbildschirm keine Benachrichtigungen anzeigt oder deren Inhalt ausblendet. Ändern können dies Nutzer in den Einstellungen unter Benachrichtigungen. Bei iPhones lässt sich im Menü „Mitteilungen“ für jede App und jeden E-Mail-Dienst separat einstellen, dass eine Vorschau von Benachrichtigungen nur angezeigt wird, wenn das Handy entsperrt ist. Bei Android-Smartphones können die Einstellungen variieren. Bei Samsung-Handys finden Nutzer die entsprechende Option zum Beispiel im „Sperrbildschirm-Menü“ unter dem Punkt „Benachrichtigungen“. Wenn das Smartphone verloren geht oder gestohlen wurde, ist der große Wunsch, es wiederzubekommen. Die gute Nachricht: Moderne Smartphones lassen sich über das Internet auch aus der Ferne orten. Bei Bedarf können Verbraucher sie auch klingeln lassen, sie sperren oder gar die Daten löschen, wie die Produkttester erklären. Voraussetzung sei, dass das verschwundene Handy eine Internetverbindung hat. Für die Fernortung müsse zudem die entsprechende Funktion eingeschaltet sein.

Bei iPhones (ab iOS 13) lässt sich die Fernortung über die mitgelieferte App „Wo ist?“ aktivieren. Dazu gehen Nutzer in den Einstellungen auf den Reiter mit ihrem Namen. Danach muss auf „Wo ist?“ getippt und „Mein iPhone suchen“ gedrückt werden.  Es gibt aber auch die Möglichkeit, das iPhone ohne aktive Internetverbindung oder Mobilfunk zu finden. Dazu müssen Verbraucher die „Offline-Suche aktivieren“. Dann sendet das Handy ein anonymes und verschlüsseltes Bluetooth-Signal an andere iOS-Geräte in der Umgebung, die es an den Dienst iCloud weiterleiten. Bei einigen Geräten könne es laut Produkttestern sein, dass eine Zwei-Faktor-Authentifizierung erforderlich ist, um den Dienst zu aktivieren. Dabei müsse zusätzlich zur Apple-ID eine weitere Telefonnummer hinterlegt werden, an die im Fall einer Fernortung eine SMS geschickt werde, um die Identität des Besitzers zu bestätigen. Wenn das Handy verloren geht, macht zwangsläufig auch irgendwann der Akku schlapp. Auch für diesen Fall gibt es einen Tipp. Verbraucher sollten dazu in den Einstellungen die Option „Letzten Standort senden“ aktivieren. Um das Gerät auf einer Karte wiederzufinden, können zusätzlich die Ortungsdienste unter „Einstellungen“ – „Datenschutz“ – „Ortungsdienste“ eingestellt werden.

Das gleiche Verfahren ist auf ähnliche Weise auch auf Android-Geräten durchführbar. Bei Android-Smartphones läuft die Ortung über das Google-Konto des Besitzers, mit dem er sich auf dem verlorenen Gerät angemeldet hat. In diesem Fall müsse lediglich die Funktion „Mein Gerät finden“ und die Standortermittlung aktiviert werden. Je nach Android-Version und Handymodell müssen Verbraucher im Menü unter „Einstellungen“ auf „Sicherheit“ oder aber erst auf „Google“ und dann auf „Sicherheit“ tippen. Alternativ könne der Menüpunkt auch „Sicherheit & Standort“ oder „Sperrbildschirm & Sicherheit“ lauten. Hier müsse lediglich die Funktion „Mein Gerät finden“ eingeschaltet werden.  Zum Aktivieren der Standortermittlung müssen Handybesitzer unter „Einstellungen“ auf den Menüpunkt „Standort“ oder „Sicherheit & Standort“ gehen und die Ortung zulassen.

Kommt es zum Ernstfall und ist das Smartphone verschwunden, wollen Besitzer natürlich zunächst wissen, wo es steckt. Bei iPhones funktioniert die Ortung über die iOS-App „Wo ist?“ auf einem anderen Apple-Gerät oder mit jedem beliebigen Rechner über die Internetseite www.icloud.com.

Bei der Ortung des iPhones mit anderen Apple-Geräten melden sich Verbraucher mit ihrer Apple-ID auf dem Gerät an, öffnen die Ortungs-App und tippen unter „Geräte“ auf dasjenige, das gesucht wird. Auf der Karte wird dann der Standort angezeigt. Je nach Fundort kann auf dem Smartphone dann ein Ton abgespielt werden, Nutzer können sich die Route anzeigen lassen oder das Handy mit einem Code sperren. Zusätzlich kann laut Produkttestern auch eine Mitteilung auf den Sperrbildschirm gesendet werden. Hier können für etwaige ehrliche Finder Telefonnummern hinterlassen werden. Die Ortung über iCloud ist sowohl über Apple-Geräte als auch von Windows-Rechnern aus möglich. Dazu müssen sich Handy-Besitzer zunächst mit ihrer Apple-ID in das iCloud-Konto einloggen. Anschließend wird die Funktion „iPhone-Suche“  gedrückt und über den Reiter „Alle Geräte“ das vermisste iPhone ausgewählt.

Bei der Suche nach vermissten Android-Smartphones müssen sich Nutzer ebenfalls anmelden, in diesem Fall in ihrem Google-Konto. Das funktioniert über andere Android-Geräte oder auf jedem beliebigen Rechner. Anschließend muss die Funktion „Mein Gerät finden“ aufgerufen werden. Auf der Karte, die sich im danach öffnet, können alle Android-Geräte, die mit dem entsprechenden Google-Konto verbunden sind, geortet und gesperrt werden. Die Ortung über Windows läuft über den  Internetbrowser. Nach der Anmeldung im Google-Konto unter  www.google.com  müssen Verbraucher die Adresse www.android.com/find  eingeben. Nachdem das verlorene Gerät ausgewählt wurde, erscheint der Standort auf der Karte.

Auch bei Android gibt es die Möglichkeit, das Smartphone klingeln zu lassen, mit einem Code zu sperren oder alle Daten zu löschen. Android bietet in unterschiedlichen Sicherheits-Apps wie von Kaspersky, Norton oder Avira die Möglichkeit, das Handy statt per Internet auch über SMS-Befehle zu orten oder zu sperren.