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Kameramarkt unter Druck
Smartphones verdrängen günstige Digitalkameras vom Markt

Smartphones schießen immer bessere Fotos und ersetzen so vor allem preiswerte Digitalkameras.
Smartphones schießen immer bessere Fotos und ersetzen so vor allem preiswerte Digitalkameras. FOTO: dpa / Oliver Berg
Berlin. Zwei Studien zeigen, dass Nutzer Fotos am liebsten mit ihren Handys schießen. Wenn sie eine weitere Kamera kaufen, dann geben sie dafür viel Geld aus. Von np

Die große Zeit der analogen Fotoapparate ist schon lange vorbei. Zuerst verdrängten digitale Modelle die klassische Fotofilmtechnologie und nun befriedigen Handy-Kameras immer mehr das Bedürfnis der Kunden, einen Moment in einem Bild festzuhalten. Das gilt vor allem für schnelle Fotos zwischendurch, wie eine Marktprognose des Digitalverbandes Bitkom zeigt. Demnach werden im laufenden Jahr voraussichtlich knapp unter zwei Millionen Digitalkameras verkauft, was 8 Prozent weniger als noch im Vorjahr wären.


Wenn sich Verbraucher noch für Kameras entschieden, dann immer öfter für besonders teure Geräte. So griffen Kunden immer tiefer in die Tasche und zahlten im Jahr 2018 voraussichtlich 464 Euro je Gerät. Das entspreche gut 20 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Der Martkanteil kleiner Kompaktkameras schrumpfe hingegen, weil das Smartphone bei vielen Gelegenheiten eine herkömmliche Digitalkamera ersetze.

Die Smartphone-Hersteller verbesserten die Foto-Funktionen ihrer Geräte immer weiter, da dies den Wünschen der Kunden entspreche. Laut Bitkom erwartet jeder vierte Handy-Käufer von seinem nächsten Mobiltelefon eine bessere Kamera.



Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa bestätigt die Zahlen des Digitalverbands. Neun von zehn Befragten nutzten das Smartphone im Alltag als Kamera. Zwei Drittel der Teilnehmer antworteten Forsa jedoch, noch immer einen weiteren Fotoapparat zu verwenden.

Bei der Sicherung der gemachten Bilder gibt es laut Forsa einen klaren Unterschied zwischen Smartphone und Kamera: Nur 40 Prozent der „Smartphone-Fotografen“ sicherten ihre Fotos vom häufig oder sehr häufig. Von den Fotos einer Kamera legten dagegen 71 Prozent der Nutzer (sehr) häufig Sicherheitskopien an.

Je nach Gerät, mit dem die Fotos gemacht werden, sichern die Nutzer ihre Bilder zum Teil auf unterschiedliche Weise, so die Forsa-Studie. Demnach würden die Fotos vom Smartphone am ehesten auf der Festplatte des PCs oder Laptops (70 Prozent) gespeichert. 41 Prozent speicherten ihre Smartphone-Fotos auf einer externen Festplatte, 26 Prozent in einem Cloud-Speicher. Zwar landeten die Fotos von der Kamera ebenfalls oft auf der PC-oder Laptop-Festplatte oder einer externen Festplatte. Sicherheitskopien in der Cloud hingegegen spielten hier nur eine kleine Rolle.