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Smartphone-Gaffer stoßen auf Ablehnung

Smartphone-Gaffer stoßen auf Ablehnung

Bei Unfällen gibt es häufig Schaulustige, die das Geschehen mit dem Smartphone filmen. Teilweise verbreiten sie die Filme anschließend sogar in sozialen Netzwerken im Internet. Viele SZ-Leser sind über dieses Verhalten empört.

Immer wieder beklagen Polizisten und Sanitäter, dass Schaulustige Einsätze behindern. Die Polizei Aalen ermahnte Gaffer kürzlich via Facebook , dass sie es künftig unterlassen sollten, Smartphone-Filme von Verletzten zu drehen. Diesem Appell stimmen viele SZ-Leser zu. Die Internet-Redaktion der Saarbrücker Zeitung hat Facebook-Nutzer gefragt, wie sie zu schaulustigen Handy-Filmern stehen und ob deren Verhalten konsequenter geahndet werden sollte.

Die Reaktionen fielen eindeutig aus. Die Schaulustigen stoßen auf große Ablehnung. "Ich bin in einer Hilfsorganisation und ich wäre sehr froh, wenn es endlich härtere Strafen für Gaffer geben würde", schreibt etwa Isabell Spaniol. Die Schaulustigen störten nicht nur die Helfer und die Privatsphäre von Verletzten. Sie behinderten unter Umständen auch nachfolgenden Verkehr. Spaniol schlägt vor, dass die Gaffer mal die Arbeit von Helfern machen sollten. Auch Facebook-Nutzerin Christiane Freude steht Schaulustigen ablehnend gegenüber. Sie schreibt: "So was geht gar nicht. Sie stören nicht nur die Arbeit der Helfer, sondern missachten auch die Persönlichkeitsrechte des Hilfebedürftigen." Es müsste definitiv harte Strafen geben.

Tobias Brockmann hält Gaffer hingegen für unproblematisch, solange sie die Rettungskräfte nicht behindern. Wenn sie weit genug entfernt ständen und niemanden gefährdeten, sollen Schaulustige doch ruhig fotografieren und filmen, schreibt Brockmann. Heikel werde es hingegen, wenn jemand Rettungsdiensten im Weg stehe, keine Hilfe leiste oder den nachfolgenden Verkehr behindere.

Auch Andreas Ball lehnt Smartphone-Gaffer ab. "Natürlich ist so etwas zu verurteilen." Er gibt jedoch zu bedenken, dass Videos unter Umständen zur Aufklärung von Straftaten beitragen können. Beispielsweise bitte die Polizei gerade bei der Aufarbeitung schwerer Straftaten bis hin zu Terroranschlägen um genau diese Videos.

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saarbrueckerzeitung