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Smart Home Lösungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit

Smart Home : Eine Fernsteuerung fürs Eigenheim

Die Heizung, das Licht oder auch der Fernseher – viele Geräte im Haushalt können mittlerweile per App geregelt werden.

Ein „Smart Home“, ein „schlaues“ oder „pfiffiges Heim“ strebt vermutlich jeder an, der sich in seinen eigenen vier Wänden wohlfühlen will. Hinter Smart Home im technischen Sinne steckt jedoch mehr. Es ist der zentrale Begriff für die Vernetzung der Haus- oder Wohnungstechnik sowie der Küchen- oder Unterhaltungs-Geräte, die bisher unabhängig voneinander benutzt wurden.

Bei der Haustechnik kommen die Lampen, die Jalousien, oder die Heizung in Betracht. Aber auch der Herd, der Kühlschrank und die Waschmaschine können miteinander vernetzt werden. Alle Hersteller von Haushaltsgeräten bieten inzwischen solche sogenannte Home-Connect-Lösungen an. Wer beim Musikhören und Fernsehen auf gehobene Ausstattung Wert legt, kann zudem die Stereo-Anlage oder einzelne TV-Geräte in den verschiedenen Zimmern zusammenschalten, so dass beispielsweise die Fernseh-Show über die Lautsprecher der Audio-Einrichtung läuft.

Das bringt einige Vorteile: So können die Fenster-Rollläden so programmiert werden, dass sie abhängig vom Lichteinfall heruntergleiten oder hochgehen. Vor allem an warmen und sonnenreichen Tag lässt damit das Raumklima wesentlich verbessern. Bei der Heizung kann bei Abwesenheit kann die Temperatur gesenkt und rechtzeitig wieder hochgefahren werden, wenn die Bewohner nach Hause kommen. So lassen sich die Energiekosten um bis zu acht Prozent senken. Um den Lichteinfall für die Jalousie-Steuerung oder die Temperatur in den Räumen messen zu können, müssen allerdings Sensoren eingebaut werden.

Wer Wert auf Schutz vor Einbrecher legt, kann mit Smart Home den Eindruck erwecken, dass jemand zu Hause ist, auch wenn die Bewohner verreist sind. So kann sich beispielsweise das Licht in einzelnen Räumen ein- oder ausschalten. Damit lässt sich suggerieren, dass jemand durch die Räume geht. Auch der Fernseher kann in den Abendstunden eine Zeitlang laufen und sogar das Programm ändern, um Leben im Haus zu simulieren. Wer noch mehr Sicherheit schätzt, kann eine Alarmanlage integrieren.

Die Daten des Smart Home laufen auf einem sogenannten Gateway zusammen. Es ist das Gehirn der Anlage. Anhand der Sensor-Informationen steuert es beispielsweise die Rollläden-Höhe oder die Thermostate an den Heizkörpern. Auch das automatische Aus- und Anschalten von Herd, Kühlschrank oder Fernseher laufen hierüber. Es ist kann dauerhaft mit dem Internet verbunden werden, damit die Steuerung von überall her möglich ist.

Alle Endgeräte, die am Smart Home beteiligt sein sollen, müssen daher mit dem Gateway vernetzt werden. Eine solche Verbindung kann per Kabel oder Funk hergestellt werden. Die Datenübertragung per Kabel ist schneller und weniger störanfällig, die Funklösung preiswerter. Möglich ist auch die Anbindung über das Stromnetz (­Powerline). Doch Stromleitungen sind bei der Datenübertragung langsamer als ein Kabel und auch störanfälliger.

Bei einem Neubau oder einer umfangreichen Renovierung können die passenden Leitungen schon bei der Planung miteinbezogen werden. Wem das Klopfen von Schlitzen und Verlegen von Strippen nicht liegt, sollte eine Funksteuerung wählen. Bei Mietwohnungen bietet sich diese Lösung ebenfalls an, da die Funkanlage bei Umzügen mitgenommen werden kann.

Bedient wird das Smart Home über ein Eingabegerät. Oft ist das ein Bildschirm, der über Berührung gesteuert wird (Touchdisplay) und an der Wand befestigt ist. Das Display ist in separate Steuerfelder unterteilt, je nachdem ob es sich um das Licht, die Heizung oder die Lüftung handelt. Mithilfe virtueller Schalter oder Schieberegler können die entsprechenden Befehle eingegeben werden. Wenn das Gateway mit dem Internet verbunden ist, erfüllen handelsüblichen Tablet-Computern oder Smartphones die gleiche Funktion – wenn sie über die passenden Apps verfügen. Möglich ist auch eine Steuerung über Sprachbefehle.

Die Kosten für ein Smart-Home-System sind sehr unterschiedlich. Am günstigsten ist der Funkstandard. Wenn man ihn dazu noch auf wenige Geräte beschränkt, ist der Nutzer mit mehreren 100 Euro dabei. Wenn Leitungen verlegt werden müssen, wird die Sache selbstredend teurer, höhere vierstellige Beträge kommen dann zusammen.

Bei Smart Home kann man zwischen offenen und geschlossenen Systemen wählen. Offene Systeme basieren auf einem einheitlichen Verbindungs-Standard. Alle Geräte von Herstellern, die diesen Standard anerkennen, können miteinander kombiniert werden. Geschlossene Systeme hingegen sind mit den Geräten anderer Anbieter nicht kompatibel. Bei den Funksystemen kann der Nutzer zwischen Bluetooth LE, EnOcean, WLAN, Z-Wave oder ZigBee wählen. Ein auf Kabellösungen zugeschnittener Standard ist KNX.