| 20:00 Uhr

Umfrage der Universität Essen-Duisburg
Schulleiter sehen Digitalisierung skeptisch

Die Kosten für neue Technik sehen viele Direktoren kritisch.
Die Kosten für neue Technik sehen viele Direktoren kritisch. FOTO: dpa / Arne Dedert
Düsseldorf. Die Lehrer in Deutschland sind gegenüber dem Einsatz von digitalen Medien an Schulen skeptisch eingestellt. Die Hälfte der Schulleiter erkläre, dass der Nutzen digitaler Medien überbewertet werde. Von kna

In ihren Kollegien gebe es zu 50 Prozent Vorbehalte gegen die Nutzung digitaler Medien, sagten die Schulleiter zudem. Das geht aus dem Schulleitungsmonitor der Universität Essen-Duisburg im Auftrag der Wübben-Stiftung hervor. Für die Umfrage wurden im Frühjahr 2018 insgesamt 1 471 Schulleiter befragt.


Der Studie nach halten 85 Prozent der Direktoren besonders die rechtlichen Fragen der Digitalisierung für eine Herausforderung. 84 Prozent hegten Vorbehalte wegen der Kosten der technischen Ausstattung, 83 Prozent befürchteten unzuverlässige Geräte und Systeme. 81 Prozent der Direktoren sähen auch die fehlende professionelle Betreuung des digitalen Schulbetriebs kritisch.

Als Möglichkeit, sich besser auf die Umstellung vorzubereiten, bevorzugten die Befragten Lehrgänge und Seminare nicht-staatlicher Anbieter (83 Prozent) sowie professionelle Netzwerke mit anderen Schulleitern (82 Prozent).



Markus Warnke, Hauptgeschäftsführer der Wübben-Stiftung, kritisiert angesichts der Umfrage, „dass zu viele Schulleiterinnen und Schulleiter die Herausforderungen der Gegenwart nicht realisiert haben.“

„Die Lehrerschaft ist sich einig, dass wir eine bessere digitale Ausstattung der Schulen wollen“, widerspricht der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Entscheidend für den Lernerfolg bleibe jedoch die Persönlichkeit des Lehrers.