Schütteltrauma: Jedes Jahr sterben 200 Kinder in Deutschland

Berlin. Eine präzise Statistik zu diesem Thema gibt es nicht. Doch bereits die Hochrechnungen der Gerichtsmediziner sind alarmierend, so Professor Guido Fitze, Sprecher der Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH).

Jedes Jahr sterben danach in Deutschland bis zu 200 Säuglinge durch ein Schütteltrauma, eine Hirnverletzung, die durch heftiges Schütteln ausgelöst wird.

Entnervte Eltern, die ein schreiendes Kind auf diese Weise zum Schweigen bringen wollen, bringen ihren Nachwuchs unmittelbar in Lebensgefahr, weil die Muskeln von Säuglingen zu schwach sind, um den großen und schweren Kopf zu halten, so die DGKCH. Er pendelt ungebremst hin und her, das zarte Hirn prallt von innen gegen den Schädel. Das sei vielen Erwachsenen nicht bewusst. "Es kommt zu massiven Hirngewebsverletzungen und Blutungen", so der Direktor der Klinik für Kinderchirurgie an der Uni Dresden. Da diese Form der Kindesmisshandlung , die in allen sozialen Schichten vorkomme, keine sichtbaren Verletzungen hinterlässt, bleiben leichtere Formen unerkannt, so Fitze. Selbst Jahre später könnten sie sich allerdings in Form schlechterer Leistungen in der Grundschule bemerkbar machen.