Schon kleine Bewegungseinheiten können dem Handy-Nacken vorbeugen

Orthopäden warnen : Bewegung kann gegen den Handy-Nacken helfen

Orthopäden warnen: Wer zu lange mit gesenktem Kopf auf das Smartphone oder Tablet starrt, riskiert schmerzhafte Verspannungen.

() Laut einer Studie des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) haben die Deutschen das Smartphone immer öfter in den Händen. Unter den knapp 1000 Befragten benutzen 79 Prozent das Handy wochentags. 2018 und 2016 waren es nur 69 Prozent. Am Wochenende ist das Smartphone zwar nur bei 71 Prozent der Befragten in Gebrauch, aber im Vergleich zu 2016 sind das 19 Prozent mehr. Damals gab nur knapp die Hälfte an, das Handy am Wochenende zu verwenden.

Doch wer stundenlang auf sein Smartphone, Tablet oder E-Book schaut, riskiert einen sogenannten Handy-Nacken. Die schmerzhaften Verspannungen lassen sich aber recht einfach vermeiden.

Für Orthopäden ist das Thema ein alter Hut. Denn Verspannungen können in vielen Situationen entstehen, egal, ob man ungünstig auf den Computerbildschirm oder das Handy schaut. „Die Ursache ist immer fehlende Bewegung bei gleichzeitiger Zwangshaltung mit einseitiger Überlastung der Muskulatur“, so Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Diese Last kann dem gesamten Rücken schaden: „Die Wirbelsäule greift wie ein Zahnrad ineinander. Das heißt: Wenn eine Stelle zu einseitig oder auch zu wenig bewegt wird, hat es Einfluss auf andere Bereiche der Wirbelsäule“, erläutert Kladny.

Vorbeugend sei es daher ratsam, einseitige, langandauernde Belastungen zu vermeiden. Immer mal wieder den Blick vom Smartphone lösen und den Nacken entspannen. Außerdem sollte man für einen guten Ausgleich sorgen, indem man den gesamten Rücken stärkt. Jeder Sport, der den gesamten Rumpf beansprucht, sei dafür eine gute Wahl. Kladny empfiehlt etwa: Laufen, Nordic Walking, Schwimmen, Ski-Langlauf oder auch Yoga.

Bei leichten Verspannungen helfen Wärme und Lockerungsübungen. Ist die Muskulatur hingegen bereits stark verkürzt, muss ein Therapeut das Gleichgewicht wiederherstellen. Damit das gar nicht erst nötig ist, sollten Handy- oder Tablet-Besitzer ihr Gerät am besten auf Höhe des Gesichts halten. Und anstatt ständig den Kopf in Richtung des Bildschirms zu neigen, ist es ratsam, den Blick zu senken.

Welche starke Zugkraft bei einer Neigung des Kopfes tatsächlich entsteht, veranschaulicht Kladny so: „Wenn der Kopf etwa 45 Grad nach vorne geneigt wird, dann muss die Muskulatur der Halswirbelsäule eine Last von etwa 20 Kilogramm stabilisieren.“ Das entspreche in etwa einem vollen Getränkekasten.

(dpa)
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