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Schleichender Abschied vom 3G-Netz

Umrüstung auf neuen Mobilfunkstandard : Schleichender Abschied vom 3G-Netz

Bis Ende 2021 wollen alle Telekommunikationsanbieter in Deutschland den alten Mobilfunkstandard abschalten.

Der Mobilfunkstandard 3G hat endgültig ausgedient. Die Telekommunikationsunternehmen Telekom und Vodafone erklären, dass sie bis 30. Juni die 3G-Sender abschalten. Kunden von Telefonica haben noch sechs Monate länger Zeit.

Unter den Mobilfunkstandards gehört 3G, auch UMTS genannt, zu den Oldtimern. Vor 20 Jahren ebnete 3G den Weg zum schnellen mobilen Internet. Mit Einführung des iPhones konnten 2008 schließlich die ersten Smartphones im Internet surfen. Heute wirkt das Tempo im Vergleich zu LTE (4G) und 5G schleichend langsam. Während im UMTS-Netz maximal 42 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) übertragen werden können, schafft das 4G-Netz bis zu 500 Mbit/s, 5G sogar bis zu 1000 Mbit/s. Zehn Gigabit pro Sekunde sollen die Zukunft sein.

UMTS soll abgeschaltet werden, weil die Telekommunikationsanbieter die 3G-Stationen auf die schnellen Mobilfunkstandards der vierten und fünften Generation umstellen wollen. Bei der Abschaltung entstünden keine Funklöcher, versprechen die Telekommunikationsunternehmen. Vor allem in ländlichen Gebieten werde so das 4G-Netz weiter ausgebaut, erklärt Vodafone.

Laut Telefonica verwenden derzeit nur noch relativ wenige Deutsche ausschließlich Geräte der dritten Mobilfunkgeneration. Weniger als zehn Prozent der Daten flössen über das langsame Netz. Wenige Kunden verwendeten noch Smartphones, die nur den 3G-Standard unterstützen. Vorwiegend surften nur noch sogenannte Einfachhandys wie die Neuauflage des Nokia 3310 oder Geräte für Senioren in dem langsamen Netz. Solche Handys sind auf den Bedarf älterer Menschen ausgelegt. Sie sind unter anderem durch reduzierte Funktionen und größere Schrift auf dem Display leichter zu bedienen. Diese Smartphones werden aber nicht zum Briefbeschwerer. Sie können nach Angaben der Telekom weiter im 2G-Netz zum Telefonieren und SMS-Verschicken dienen. Seit fast 30 Jahren dient das 2G-Netz hauptsächlich der Telefonie. Zwar kann es auch mobile Daten übertragen, aber das geht nur langsam.

Allerdings sind laut Jahresbericht 2019 der Bundesnetzagentur noch 48 Millionen SIM-Karten im Umlauf, die den LTE-Standard nicht unterstützen. Diese sollen nach Angaben aller Anbieter kostenlos ausgetauscht werden, ohne dass sich Kunden melden müssten. 53 Prozent der Mobilfunkverträge in Deutschland sind laut Bundesnetzagentur noch nicht 4G-fähig. Davon betroffen seien nicht nur Altverträge. Bis zur 3G-Abschaltung wollen die Anbieter ihre Tarif anpassen, erklären die drei Telekommunikationsunternehmen. Auch laufende Verträge würden entsprechend umgestellt.

Ob das eigene Smartphone LTE-fähig ist, kann jeder selbst überprüfen. Die Telekom hat einen sogenannten IMEI-Checker eingerichtet. Die internationale Seriennummer, IMEI genannt, ist wie der Fingerabdruck des Handys. Er ist bei jedem Gerät individuell. Die Ziffernfolge finden Besitzer von Android-Geräten in den Einstellungen unter „Über das Telefon/Status/IMEI-Informationen“. Bei iPhones ist die Nummer ebenfalls in den Einstellungen hinterlegt. Dort suchen iOS-Nutzer unter „Allgemein/Info/IMEI“. Schneller fündig wird der Smartphone-Besitzer, indem er die Zeichenkombination *#06# über die Wähltastatur eingibt und dann auf die Anruftaste drückt. Die IMEI-Nummer erscheint dann auf dem Display. Da sie nicht in den Zwischenspeicher gelegt werden kann, sollten Smartphone-Besitzer Stift und Papier bereithalten. Die Nummer kann dann in den IMEI-Checker auf der Webseite der Telekom eingegeben werden, der dann überprüft, ob das Smartphone 4G- bzw. LTE-fähig ist.

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