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Schlechte Noten für Boxspringbetten

Boxspringbetten sind wegen ihrer recht unkomplizierten Konstruktion auch in vielen Hotels zu finden. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Boxspringbetten sind wegen ihrer recht unkomplizierten Konstruktion auch in vielen Hotels zu finden. Foto: Ralf Hirschberger/dpa FOTO: Ralf Hirschberger/dpa
Berlin. Boxspringbetten sind noch recht neu auf dem deutschen Markt, aber nahezu jeder Bettenhersteller hat sie im Sortiment. Die Stiftung Warentest prüfte die Haltbarkeit der Matratzenburgen. Es gab kaum gute Noten. Agentur

Sieben bis zehn Jahre beträgt die Lebensdauer einer Matratze, sagt der Fachverband Matratzen-Industrie. Die Prüfer der Stiftung Warentest haben nun 60 000-mal eine 140 Kilogramm schwere Holzwalze über Matratzen von Boxspringbetten gerollt. Das entspricht einer Nutzung von acht Jahren.



Im Test zeigten nur drei von zwölf getesteten Modellen eine "gute" Haltbarkeit. Die meisten Matratzen wurden mit der Zeit deutlich weicher, und es bildeten sich Liegekuhlen.

Im Gesamtergebnis, veröffentlicht in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 9/2016), schnitt allerdings keine Matratze mit "Gut" ab. Siebenmal wurde die Gesamtnote "befriedigend" vergeben, dreimal "ausreichend" und zweimal "mangelhaft".

Boxspringbetten sind seit einigen Jahren ein Verkaufshit. Inzwischen haben auch viele deutsche und europäische Hersteller die ursprünglich vor allem in den USA verbreiteten Betten aus einem Stapel Matratzen im Programm. Oft ist auch die Rede von Polsterbetten oder Kontinentalbetten, denn der allseits bekannte Name "Boxspring" geht auf eine US-Marke zurück.

Ein solches Bett besteht aus drei Elementen. Statt eines Lattenrosts und Bettgestells hat es eine matratzenähnliche Unterkonstruktion. Darauf liegt die eigentliche Matratze. Ganz obenauf kann noch eine Auflage kommen, auch Topper genannt. Diese bis zu 80 Zentimeter hohen Betten gelten als besonders bequem.



Die einzelnen Matratzen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. "Auf jeden Fall hat ein Boxspringbett einen Federkern-Anteil", erklärt Ulrich Leifeld, Geschäftsführer des Fachverbands Matratzen-Industrie in Essen. Allerdings ist dies laut Definition nur für Unterkonstruktion vorgeschrieben, die als Lattenrost-Ersatz dient. "Die Matratze oben kann alles sein, wobei jedoch extra ausgewiesen werden muss, wenn es sich nicht um eine Federkernmatratze handelt."

Beim Kauf müssen die Verbraucher auf einiges achten, um eine Matratze mit möglichst guter Haltbarkeit zu erhalten. Wichtig ist bei den meisten Arten das Raumgewicht, also die Menge des eingesetzten Materials.

"Ist es bei Schaummatratzen besonders niedrig, kann etwas beigeschäumt sein, etwa Luft", erklärt Leifeld. Sein Verband rät daher: "Finger weg von einem Raumgewicht von 40 Kilogramm pro Kubikmeter." Wer aus Kostengründen weniger wählt, müsse in Kauf nehmen, dass die Matratze weniger lang hält.

Bei Federkernmatratzen ist wichtig, wie viele Stahlfedern und in welcher Qualität verwendet wurden. Aber es ist auch entscheidend, wie das Material verbunden ist. Zu empfehlen sind Taschenfederkernmatratzen, bei denen jede Feder in eine separate Tasche genäht ist.

Auf die mögliche Haltbarkeit von Latexmatratzen lässt sich über das reine Gewicht schließen. "Fühlen und anheben", lautet Leifelds Tipp, "und die Kilogrammangaben der einzelnen Hersteller vergleichen."

Herstellerangaben bemängelt

Bei den Prüfern der Stiftung Warentest fielen die Matratzen noch in einem anderen Punkt durch. Sie bemängelten die Herstellerangaben. Elf der zwölf Modelle erhielten im Punkt Werbung und Deklaration die Note fünf. Bei gut der Hälfte der Matratzen weiche die angegebene Härte stark von der gemessenen ab, andere Hersteller geben diese Information gar nicht an.

Zu den Bestplatzierten gehören das Bett Continental Aurea von Fennobed (Gesamtnote 2,6), Criade von Auping (3,1), das Boxspringbett Sao Carlos der M zeharke Irisett von Badenia (3,3) und das Smart Boxspringbett Luxus von Höffner (3,3).