Rund Hundert Milliarden Euro kosten Cyberangriffe Unternehmen jährlich

Teure Cyberangriffe auf Unternehmen : Hacker verursachen in Deutschland Milliardenschäden

() Kriminelle Attacken kosten Unternehmen in Deutschland nach eigener Einschätzung jährlich fast 103 Milliarden Euro. Der Digitalverband Bitkom hat eine Befragung spricht nach einer Befragung von mehr als 1000 Wirtschaftsvertretern von „Rekordschäden“.

Diese seien fast doppelt so hoch wie vor zwei Jahren, als Bitkom noch von 55 Milliarden Euro im Jahr ausging.

Drei Viertel der Unternehmen waren 2017 und 2018 von Angriffen betroffen, weitere 13 Prozent vermuten dies. Die Attacken haben nach Einschätzung der Betroffenen auch häufiger einen Schaden verursacht als zuvor. Bei jedem fünften Betrieb sind demnach sensible digitale Daten und Informationen entwendet worden, 17 Prozent berichten von digitaler Sabotage.

Doch auch offline versuchten Wettbewerber bei Ausschreibungen, Details zu Angeboten in Erfahrung zu bringen. Auch Informationen über Patente oder neue Entwicklungen etwa im Autobau seien begehrt. Eine wichtige Rolle spielt so genanntes Social Engineering, bei dem Spitzel Mitarbeiter manipulieren und täuschen, um an sensible Daten zu gelangen. Ein Fünftel der Unternehmen hat einen solchen Angriff außerhalb des Internets erlebt, ein Sechstel online. Häufig gehe es zum Beispiel darum, mögliche Passwörter in Erfahrung zu bringen, sagt Bitkompräsident Achim Berg.

Der größte Anteil von 39 Prozent entfiel auf Angriffe aus Deutschland schätzten die Unternehmen. Weitere kämen aus Osteuropa, China und Russland. Die Täter sind nach Ansicht der Befragten in einem Drittel der Fälle ehemalige Kollegen, die absichtlich handelten, in 38 Prozent hatten sie Privatpersonen wie Hobby-Hacker im Verdacht. Ein Fünftel der Taten wird konkurrierenden Unternehmen zugeschrieben, ein weiteres Fünftel der organisierten Kriminalität. In zwölf Prozent vermuten die Befragte ausländische Geheimdienste hinter den Angriffen. Das ist eine deutliche Steigerung zur letzten Befragung im Jahr 2017 mit damals drei Prozent.

„Das muss man ein bisschen mit Vorsicht genießen, das sind ja Selbsteinschätzungen der Unternehmen“, sagte Vize-Verfassungsschutzpräsident Michael Niemeier. Der Verfassungsschutz bestätige jedoch die Tendenz. In China vermute seine Behörde vor allem staatliche Stellen hinter den Angriffen, in Russland sei das nicht immer klar. Auch der Iran führe teils schlagkräftige Attacken aus.

Meist wurden die Firmen durch Hinweise aus den eigenen Reihen auf Angriffe aufmerksam. Durch Schulungen lasse sich die Gefahr durch Späh-E-Mails (Phishing) deutlich verringern. Dennoch blickt die überwiegende Mehrheit der Befragten skeptisch in die Zukunft und erwartet eine Zunahme der Cyberangriffe.

(dpa)
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