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Roboter Spencer weist den Weg

Roboter Spencer weist den Weg

Aufs Navigationssystem folgt der Navigationsroboter, der Fußgänger zum Ziel lotst. Ein halbes Dutzend Universitäten und Unternehmen entwickeln mit finanzieller Hilfe der EU einen digitalen Scout für Flughäfen.

Wer sich am Flughafen verlaufen hat, seinen Abflugschalter nicht findet oder den Weg zum Flugsteig sucht, der wird in nicht allzu ferner Zukunft möglicherweise Roboter zu Hilfe rufen können. Das sieht ein Spencer genanntes europäisches Projekt zur Entwicklung digitaler Helfer für die Abflughalle vor. Ein halbes Dutzend Universitäten, Unternehmen und die Fluggesellschaft KLM machen mit.

Der 1,93 Meter große Roboter könne Bordpässe von Passagieren scannen. Er prüfe auch, ob eine Gruppe beisammen bleibt, die er durch den Flughafen begleitet, berichtet die Universität Freiburg . Informatiker dieser Hochschule kümmern sich um Spencers digitales Nervensystem. Diese Software ermöglicht es dem 250 Kilogramm schweren Roboter-Scout zum Beispiel, Hindernisse zu erkennen und ihnen auszuweichen. Außerdem könne er den Passagieren erklären, wie weit sie noch zu laufen haben. Und wenn seine Begleiter dabei zu schwer zu tragen haben, nehme er ihnen auch das Handgepäck ab. Besonders höflich soll Spencer schließlich auch noch sein. "Dazu gehört, sich nicht durchzudrängeln und aufmerksam und rücksichtsvoll zu agieren", erklärt Professor Kai Arras, Koordinator des Projekts an der Uni Freiburg .

Die 250 Kilogramm schwere Maschine ist ein beeindruckender Klotz, aber eher phlegmatisch programmiert. Sie erreicht mit einer Maximalgeschwindigkeit von 1,8 Metern pro Sekunde gerade einmal das Tempo eines flotten Fußgängers. Der autonome Roboter orientiert sich mit einer ganzen Batterie von Laser-scannern und Kameras, deren Daten von einem halben Dutzend Computern ausgewertet werden.

Getestet wird Spencer am Flughafen Schiphol in Amsterdam. Dort betrachtet René de Groot von der niederländischen Fluggesellschaft KLM Roboter als wichtige Helfer für den Flughafen der Zukunft. Sie sollten zum Beispiel eingesetzt werden, um Passagiere an stark frequentierten Flughäfen von Flugsteig zu Flugsteig zu leiten.