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Tipps für Smartphone-Nutzer
Richtig geladene Akkus leben länger

Aktuelle Akkus sollten immer aufgeladen werden, bevor sie vollständig entleert sind.
Aktuelle Akkus sollten immer aufgeladen werden, bevor sie vollständig entleert sind. FOTO: dpa-tmn / Franziska Gabbert
Berlin. Die Lebensdauer moderner Smartphone-Stromspeicher ist stark davon abhängig, wie lange sie an der Steckdose hängen. Von Sven-Hendrik Hahn (dpa)

Brände und Explosionen, sinkende Ausdauer und komplette Ausfälle: Wenn Akkus zu alt sind oder Mängel aufweisen, können die Folgen verheerend sein. Das ist umso gefährlicher, da sie auf falsche Behandlung und äußere Einflüsse wie Hitze, Kälte oder Stürze sehr empfindlich reagieren können.


Von Außen seien Defekte kaum zu erkennen, sagt Stephan Scheuer, vom Tüv Rheinland. Mögliche Warnsignale seien Leistungsabfall, übermäßige Erwärmung oder Aufblähen. Damit es erst gar nicht so weit komme, müssten die Stromspeicher richtig behandelt werden.

Anders als frühere Modelle müssen moderne Lithium-Ionen-Akkus nicht mehr jedes Mal voll aufgeladen werden, um möglichst lange zu funktionieren. „Im Gegenteil: Bei Lithium-Ionen-Akkus hält man den Ladestand des Akkus in einem Bereich zwischen zehn und 95 Prozent“, erklärt Scheuer. Bleibe der Speicher über einen längeren Zeitraum entladen, könne ihn das genauso schädigen, wie wenn er ständig am Strom hänge. „Ist der Akku voll geladen und fließt weiter Strom, kann das das Akkuleben verkürzen“, sagt Scheuer. Es sei daher wichtig, ein Gerät vom Netz zu nehmen, kurz bevor es vollständig geladen sei.



Wenn Deutschland schläft, hängen Millionen Geräte an den Steckdosen und tanken Strom. Das verkürze aber nicht nur das Akkuleben, sondern sei riskant, warnt Thomas Michel vom Telekommunikationsportal teltarif.de. „Akkus sind empfindlich. Es kann zu Kurzschlüssen kommen oder auch zu Bränden, wenn der Akku einen Schaden hat.“

 Daher solle nichts ohne Aufsicht geladen werden. „Schon gar nicht auf einer brennbaren Unterlage wie einer Matratze oder am Bett.“ Akku-Packs für E-Bikes könnten mit ihren verbundenen Einzelbatterien besonders gefährlich werden, so Michel. „Ist eine von ihnen etwa durch einen Sturz beschädigt, kann sie die anderen entzünden“. Viele Brände seien vermeidbar, wenn Nutzer den Ladevorgang beaufsichtigen würden, so der Experte.

Für ein möglichst langes Akkuleben sollten Nutzer auch darauf achten, wo sie die Geräte aufbewahrten, empfiehlt Scheuer. Die ideale Temperatur für Lithium-Ionen-Akkus liege zwischen fünf und 25 Grad Celsius. Daher sollten die Geräte nie direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Ebenso sei die Lagerung bei Minustemperaturen eine Tortur für die Stromspeicher, sagt Scheuer.

Akkus sollten zudem nur mit dem richtigen Netzteil geladen werden. „Die angegebene Netzspannung – in Deutschland 230 Volt – und die Leistung in Watt sollten in jedem Fall passen“, erklärt Jasper Fleischhauer von Ifixit. Das Unternehmen überprüft Geräte und stellt Reparatur-Anleitungen ins Internet. „Nicht jedes Netzteil lädt jeden Akku gleich schonend“, erklärt Fleischhauer. „Ein Netzteil kann auch zu wenig Leistung haben, um einen bestimmten Typ Akku zu laden.“

Wer sichergehen wolle, dass Akku, Gerät und Ladeeinheit optimal zusammenarbeiten, sollte zu originalem Hersteller-Zubehör greifen, empfiehlt Fleischhauer. „Das ist aber kein Muss, auch Dritthersteller bauen gute Netzteile.“ Auffällig günstige Preise sollten Nutzer allerdings misstrauisch machen. Denn es sei möglich, dass an der Sicherheit des Netzteils gespart oder ein Gerät nicht umfassend getestet beziehungsweise zertifiziert worden sei.

Spätestens nach circa 1000 Ladezyklen lässt die Leistung jedes Akkus nach. Noch vor wenigen Jahren konnte man bei den meisten Geräten den Akku leicht wechseln. Das ist inzwischen oft nicht mehr möglich. „Eigentlich absurd, denn bei Akkus handelt es sich um Verschleißteile“, so Fleischhauer. „Trotzdem sind viele Batterien fest verbaut oder sogar verklebt und lassen sich nur mit Aufwand wechseln.“

Bei der Ersatzakku-Suche gelten die gleichen Regeln wie bei den Netzteilen. Jasper Fleischhauer rät, auch hier nicht zu Billigware zu greifen. Denn das Risiko sei groß, dass das Gerät durch einen minderwertigen Akku in Mitleidenschaft gezogen werde oder nicht die erwartete Leistung bringe.