1. Leben
  2. Internet

Preisverfolger versprechen bei Amazon den günstigen Preis zu finden.

Preisverfolger : Auf der Jagd nach dem besten Preis

Preisverfolger bieten online ihre Dienste an. Sie suchen beim Online-Riesen Amazon nach dem günstigsten Angebot.

Der Online-Riese Amazon ändert die Preise seiner Produkte mehrmals am Tag. Was am Morgen noch ein Schnäppchen ist, kann am Abend schon über dem Budget liegen. Auf Anfrage erklärt ein Sprecher die Schwankungen damit, dass das Unternehmen immer „den niedrigsten wettbewerbsfähigen Preis von anderen Händlern erreichen oder unterbieten“ wolle. Fallen die Preise bei der Konkurrenz, fielen sie auch bei Amazon. Steigen sie an, ziehe der Konzern nach. Ob es neben den Preisen der Konkurrenz noch andere Faktoren gibt, die den Preis beeinflussen? Dazu gibt es keine Auskunft. Der Sprecher betont lediglich, dass der Standort oder das Kaufverhalten des Kunden keine Rolle spiele. Um den günstigsten Moment zum Kauf abzupassen, müssten Verbraucher den Preisverlauf stets im Blick haben. Eine einzige Person kann damit überfordert sein. Für sogenannte Preisverfolger ist das jedoch kein Problem.

Die Webseite ­Camelcamelcamel überwacht seit der Gründung im Jahr 2008 sämtliche Preise des größten Onlineversandhändlers und teilt diese Daten ihren Nutzern mit. Wer sich vor dem Kauf eines Amazon-Produktes vergewissern möchte, ob das derzeitige Angebot wirklich das günstigste ist, kann einfach den Link zum Produkt oder die Amazon-Standard-Identifikationsnummer (ASIN) kopieren und in die Suchmaske des Preisverfolgers einfügen. Daraufhin informiert ein Diagramm über den Preisverlauf des Produkts im vergangenen Monat oder im vergangenen Jahr. Je nachdem, welche Zeitspanne der Nutzer ausgewählt hat. Wer möchte, kann sich auch den Preisverlauf des Produkts bei Drittanbietern oder gebrauchter Ware anzeigen lassen.

Ein Alarm, der per RSS-Feed oder per E-Mail informiert, wenn der Preis eines Produkts fällt, ist eine nützliche Funktion von ­Camelcamelcamel. RSS-Feeds ermöglichen das Abonnement einer Webseite ähnlich wie ein Nachrichtenticker. Der Nutzer kann bei Aktivierung des Alarms festlegen, ab welchem Preis er benachrichtigt werden möchte. Die Seite bietet zusätzlich die Browsererweiterung Camelizer an, mit der die Preisentwicklung direkt auf der Händlerseite eingesehen werden kann. Schaut sich ein Nutzer ein Produkt auf Amazon an, reicht ein Klick auf das Kamel neben der Adressleiste, um das dazugehörige Preisverlaufsdiagramm aufzurufen.

Eine Erweiterung für Browser hat auch Konkurrent Keepa entwickelt. Wer dessen Wunschpreis-Service nutzt, der dem Preissenkungsalarm bei Camelcamelcamel entspricht, kann sich nicht nur per E-Mail oder RSS-Feed informieren lassen, wenn der Produktpreis unter den gewünschten Betrag gerutscht ist, sondern auch per Facebook oder dem Kurznachrichtendienst Telegram. In puncto übersichtliche Darstellung ist der im Jahr 2018 gegründete Preisverfolger seinem Wettbewerber einen Schritt voraus. Um zu erfahren, wann ein Produkt bei welchem Verkäufer wie viel gekostet hat, muss der Verbraucher den Mauszeiger über die Verlaufskurve bewegen. Allerdings zeigt dieser Preisverfolger lediglich die Entwicklung der vergangenen drei Monate an. Wer die Funktionen in vollem Umfang nutzen möchte, muss bei Keepa 15 Euro im Monat zahlen. Darunter fallen unter anderem der Zugriff auf Bestsellerlisten, die Unterteilung in Kategorien und der Import großer Produktlisten.

Neben dem noch wenig genutzten Amazon-Preisverfolger ­Filteryourproduct, beschäftigt sich auch das US-Unternehmen ­Honey, das im Herbst vom Online-Bezahldienst Paypal gekauft wurde, mit diesem Thema. Bislang nutzten über 17 Millionen Kunden pro Monat in den USA, Großbritannien, Kanada und Australien die kostenlosen Dienste. Sie suchen auch Rabattgutscheine für Online-Käufer und bieten ein Programm an, mit dem Punkte beim Einkauf gesammelt werden können. Honey ist noch nicht auf dem deutschen Markt vertreten. Nach Angaben des Magazins Finance Forward werde das aber vorbereitet.