Im Einsatz auf sozialen Medien: Polizisten gehen bei Instagram auf Streife

Im Einsatz auf sozialen Medien : Polizisten gehen bei Instagram auf Streife

Isabel Pelegri und Felix Brandt aus der Pfalz wollen auf der Foto-Plattform Einblicke in ihre Arbeit geben.

Ab sofort gehen zwei Polizisten aus Kaiserslautern in einem landesweit einmaligen Pilotprojekt auch im Internet auf Streife. Auf der Foto-Plattform Instagram geben sie unter anderem mit Bildern, Videoclips und Erlebnisberichten Einblick in ihren beruflichen Alltag. „Wir wollen den Bürgern einen persönlichen Ansprechpartner bieten“, sagt Polizeikommissarin Isabel Pelegri. Ihr Kollege Felix Brandt betont: „Wir zeigen uns und die Menschen, die hinter der Organisation stehen.“ Am Montag wurden die Adressen @isabel_polizeikl und @felix_polizeikl freigeschaltet.

Besonders wichtig ist es Pelegri und Brandt, beide Mitte 20, in einen Dialog mit der jüngeren Generation zu treten. „Die meisten jungen Leute sind mittlerweile in sozialen Medien unterwegs und kommunizieren überwiegend darüber“, sagte Peligri. „Aus diesem Grund muss auch die Polizei einen Schritt auf sie zugehen.“

Die Polizei müsse in den sozialen Medien vertreten sein, sagt auch Peter Wilkesmann, Verwaltungsleiter im Polizeipräsidium Koblenz.  Seit Jahresbeginn besetzt Carolin Henn im Innenministerium die neue Koordinierungsstelle Kommunikation. Ihre Aufgabe ist es, die Social-Media-Aktivitäten der Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz zu koordinieren. „Wir wollen Prozesse standardisieren“, sagt sie. Denn, sagt Henn, soziale Netzwerke seien mittlerweile ein „Hauptbestandteil der Pressearbeit“

Seit dem 1. April habe jedes Präsidium einen eigenen Redakteur, erklärt Henn. Damit wolle man den Bürgern einen „ganz anderen Blick“  in die polizeiliche Arbeit gewähren. Anscheinend mit Erfolg: Das Präsidium Mainz hat aktuell auf Twitter etwa 18 900 Follower, das Präsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen 15 300. Und seit dem 1. Juni gibt es einen einheitlichen Landeskanal auf Instagram. Angefangen habe das Präsidium Rheinpfalz, erzählt Henn. Mehr als 100 Beiträge sammelten sich in den vergangenen acht Monaten, knapp 5760 Abonnenten hat der Account. Er fungiert seit dem 1. Juni als zentraler Kanal der rheinland-pfälzischen Polizei und komme „sehr gut“ an, meint Henn.

Doch nicht jedes soziale Netzwerk ist gleich, die Polizei arbeitet zielgruppenspezifisch. Facebook und Twitter würden genutzt, um über Einsatzlagen, Verkehrsbehinderungen oder Fußballspiele zu informieren. „Taktische Kommunikation“ nennt dies Henn. So warnte die Polizei Mainz jüngst vor steigender Waldbrandgefahr: „Helft mit #Waldbrände und #Flächenbrände zu vermeiden.“ Mit Instagram, sagt Henn, werde eine „ganz andere Zielgruppe“ erreicht, überwiegend jüngere Nutzer zwischen 14 und 29 Jahren.

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