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Pochende Rhythmen aus dem Web-Browser

Pochende Rhythmen aus dem Web-Browser

Ob Heavy-Metal, Pop, Elektro oder Begleit-Rhythmen für das kleine Konzert zu Hause: Auf speziellen Webseiten können Nutzer Musik aufnehmen und mit Klängen experimentieren. Mittlerweile ist das sogar mit mehreren Musikern live und gleichzeitig möglich.

Der junge Mann starrt den Nutzer direkt aus dem Browser an. Seine Augen, groß und kreisrund wie Bierdeckel, zwinkern müde, die Arme hängen vom schneeweißen Oberkörper. Ein Klick und der Mauszeiger nimmt ein rote Maske aus einer Anzeigenleiste unter ihm auf, seine Augen folgen. Noch ein Klick, die Maske fällt auf das Gesicht der Zeichentrickfigur: "Uh, wuhuhuu", singt sie plötzlich mit extrem hoher Stimme aus dem Computerlautsprecher, immer wieder und wieder. Aus dem Nichts taucht eine zweite animierte Figur auf, mithilfe einer Baseballkappe aus der Leiste am unteren Bildrand formen ihre Lippen einen flotten Rhythmus. Noch ein Klick und ein dritter Mann singt einen tiefen Bass-Notenlauf.

16 Tonspuren zur Auswahl

Insgesamt 16 verschiedene Tonspuren aus Gesang und mit der menschlichen Stimme imitierten Instrumenten können Nutzer auf der Internetseite incredibox.com zu Musikstücken zusammensetzen. Die Webseite mit den müden, bleichen Männern ist nur eine von vielen, auf denen Laien und Musiker mittels Browser und Computertastatur selbst Musik produzieren können.

Einen virtuellen Basteltisch für elektronische Musik bietet Interessierten audiotools.com. Um es knarzen, pochen und zischen zu lassen, stecken Nutzer dort Synthesizer, Drumcomputer sowie Effektgeräte über virtuelle Kabel zusammen. Notenbefehle empfangen die Gerätesimulationen, die realen Klangerzeugern nachempfunden sind, über die Tastatur oder eine an den Computer angeschlossene Klaviatur. Auf Noten- und Tonspuren können Hobbymusiker dann ihre einzelnen Klangstücke bearbeiten, zu Songs arrangieren, aufnehmen und in verschiedenen Audioformaten abspeichern.

Ein komplettes Musikstudio bietet soundation.com. Über einen virtuellen Mehrkanal-Mixer spielen Nutzer virtuelle Instrumente ein, nehmen Klänge und Gesang auf, versehen alles mit Effekten und arrangieren und mischen schließlich die verschiedenen Tonspuren zu einem Musikstück. Neben einem Drumcomputer, mit dem sich Schlagzeug-Rhythmen einspielen lassen, können Nutzer auf eine Online-Datenbank mit mehr als 700 verschiedenen Klangschleifen und einzelnen Tonaufnahmen zugreifen. Darüber hinaus können Nutzer von soundation.com über Googles Chatdienst Hangouts gleichzeitig mit anderen Online-Musikern an einem Stück arbeiten.

Auch der Suchmaschinenkonzern selbst hat die Idee des Musizierens im Browser umgesetzt. Auf der Internetseite jamwithchrome.com können bis zu vier Menschen gleichzeitig und in Echtzeit in die Tasten hauen. Ein Nutzer wählt dazu zunächst ein Instrument und kann dann bis zu drei weitere Computer-Musiker über die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter oder Google Plus einladen.

18 virtuelle Instrumente

So können beispielsweise eine Gitarre, ein Schlagzeug, ein Klavier und ein Techno-Rhythmus-Computer online zusammengebracht werden. Ein Taktgeber hilft, dass die Musiker alle im gleichen Tempo bleiben. Gespielt wird jedes der insgesamt 18 virtuellen Instrumente ganz einfach, indem der Nutzer die Saiten und Tasten per Maus anklickt. Vier Tonspuren stehen pro Instrument zur Verfügung.

In einem Profi-Modus können Musiker über die Computertastatur Akkorde und Noten auch über mehrere Oktaven spielen. Auch die in Googles virtuellem Tonstudio komponierten Musikstücke können aufgezeichnet und über soziale Netzwerke an andere Nutzer verteilt werden.

incredibox.com

Audiotool.com

soundation.com

jamwithchrome.com