Per Mausklick durch die Ausstellung

Per Mausklick durch die Ausstellung

Die Kulturschätze der Menschheit mithilfe des Internets für jeden verfügbar zu machen, das hat sich das Kulturinstitut des Suchmaschinenriesen Google zur Aufgabe gemacht. Auch deutsche Museen sind an dem Projekt beteiligt.

Den Namen Google verbinden Internetnutzer in erster Linie mit der populären Suchmaschine. Doch seit drei Jahren arbeitet der Konzern auch an einem virtuellen Museum. In ihrem Cultural Institute - zu Deutsch: Kulturinstitut - präsentieren die Kalifornier in Zusammenarbeit mit Museen und Archiven aus der ganzen Welt die Kulturschätze der Menschheit - insgesamt mehr als sechs Millionen Fotos, Videos und Dokumente.

Googles virtuelles Institut, zu finden unter google.com/culturalinstitute, ist kostenlos und in drei Bereiche aufgeteilt. Im Art Project sind aktuell 64 000 Kunstobjekte zu sehen. Wer auf der Suche nach einem ganz speziellen Gemälde ist, kann über eine Suchfunktion gezielt nach Werken bestimmter Künstler oder aus einem bestimmten Jahrzehnt suchen.

Auch aus Deutschland sind Institutionen am Art Project beteiligt, so etwa das Archäologische Museum in Hamburg oder verschiedene Berliner Museen. "Mit der Alten Nationalgalerie und der Gemäldegalerie gehörten wir zu den Pilotpartnern des Projektes", erklärt Mechtild Kronenberg von den Staatlichen Museen in Berlin. "Inzwischen sind wir mit fünf Häusern beteiligt."

Aus dem Alten Museum etwa sind 77 archäologische Fundstücke online zu besichtigen, darunter auch eine besonders hochauflösende Aufnahme eines römischen Mosaiks aus dem zweiten Jahrhundert. "Die hochauflösenden Aufnahmen hat Google selbst erstellt, alle anderen Fotos stammen aus unserem Bildarchiv", erläutert Kronenberg die Vorgehensweise. "Auch die Texte stammen von wissenschaftlichen Mitarbeitern in unseren Häusern."

Neben den Aufnahmen von Ausstellungsstücken bieten viele Museen, darunter auch das Alte Museum, Google-Nutzern eine Foto-Wanderung durch ihre Gebäude an. Diese funktioniert genau wie die aus Google Maps bekannten Street-View-Aufnahmen: Der Nutzer klickt im Bild einen Bereich an, den er genauer betrachten möchte. Das Street-View-Programm richtet dann die Ansicht anhand der gewählten Stelle neu aus. "So kann das Art Project auch denjenigen einen Eindruck vermitteln, die die Museen nicht besuchen können", erklärt Kronenberg.

Die Street-View-Technologie kommt auch im zweiten Bereich des Cultural Institute zum Einsatz. In Zusammenarbeit mit der Unesco präsentiert Google in World Wonders 166 ausgewählte Welterbestätten. Dort können sich Nutzer per Mausklick durch die Anlage von Stonehenge oder das historische Zentrum von Florenz bewegen.

Der dritte Bereich nennt sich Historische Momente. Hier haben Museen die Möglichkeit, komplette Sonderausstellungen online zu zeigen. Das können Werke eines bestimmten Künstlers sein, aber auch Text- und Bilddokumentationen über technische Errungenschaften oder bestimmte Landschaften.

google.com/culturalinstitute

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