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Nur eine konnte überzeugen

Berlin. Welcher Messenger soll es sein? Diese Frage stellen sich viele WhatsApp-Nutzer, seit Facebook den Dienst übernommen hat. Stiftung Warentest hat vier Alternativen getestet. Das Ergebnis ist erschreckend: Nur eine Anwendung gilt als sicher. Von dpa-MitarbeiterTobias Hanraths

Fast 20 Millionen Nutzer haben WhatsApp verlassen und sind zu einem anderen Messenger-Dienst gewechselt, seitdem Facebook das Unternehmen gekauft hat. Das berichtet das Marktforschungsinstitut Advise. Der Grund für die Flucht: Viele Nutzer fürchten, dass ihre Daten missbraucht werden. Allerdings sind auch die WhatsApp-Alternativen nicht alle sicher, warnt die Stiftung Warentest. Sie hat mit Threema, Line, Blackberrys BBM und Telegram vier Alternativen unter die Lupe genommen - als "unkritisch" wurde dabei nur Threema bewertet.

"Threema bietet eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung", sagt Warentester Martin Gobbin. "Das bedeutet, dass selbst der Anbieter nicht mitlesen kann." Auch bei Telegram werden die Daten von einem Handy bis zum anderen verschlüsselt übertragen - hier muss der Nutzer den sogenannten Secret Chat aber erst aktivieren. Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es bei Line. BBM überträgt einen Teil der Daten ungeschützt.

Neben dem Datenschutz hat die Stiftung Warentest auch einen Blick auf die Geschäftsbedingungen der Dienste geworfen. Auch hier glänzen nicht alle Messenger: Telegram gibt den Angaben nach zum Beispiel kein Impressum oder eine Kontaktadresse für Datenschutzanfragen an, Blackberry erlaubt sich beim BBM sehr umfangreichen Zugriff auf Nutzerdaten.

Von vielen Programmen, darunter auch Threema, ist außerdem der Programmcode nicht veröffentlicht. Theoretisch ist es daher möglich, dass die Apps verschlüsselt mehr übertragen, als sie behaupten - überprüfen lässt sich das wegen des nicht offengelegten Quellcodes nicht. Auch mögliche Fehler in der Verschlüsselung werden dadurch vielleicht nicht so schnell entdeckt. "Da ist ein bisschen Vertrauen gefragt", sagt Gobbin. Bei Threema hält er einen Vertrauensvorschuss wegen der restlichen positiven Testergebnisse aber für gerechtfertigt.

Threema kostet je nach Betriebssystem 1,60 bis 1,80 Euro, die meisten anderen Messenger sind kostenlos erhältlich. Sinnvoll nutzen lassen sich die Alternativen natürlich nur, wenn der Anwender auch seine Kontakte zum Wechsel bewegt. Die Gelegenheit dazu ist günstig, sagt Gobbin: "Wegen der Diskussion um Facebook und WhatsApp ist die Bereitschaft gerade relativ groß."