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Neue Theorie zu Alzheimer

Neue Theorie zu Alzheimer

Sind die Ablagerungen in den Nervenzellen doch nicht Auslöser der Krankheit?

(np) Mediziner der Universitäts-Klinik Göttingen haben eine neue Theorie entwickelt, warum Alzheimer-Therapien, die sich gegen bestimmte Protein-Ablagerungen im Gehirn, die sogenannten Alzheimer-Plaques richten, versagen. Plaques gelten als ein untrügliches Zeichen der Alzheimer-Demenz. Privatdozent Dr. Oliver Wirths untersucht nun die Möglichkeit, dass sie nicht der eigentliche Auslöser dieser Krankheit sind, sondern nur ein Anzeichen dafür darstellen, dass ein Stoffwechselprozess im Gehirn außer Kontrolle geraten ist, berichtet die Alzheimer-Forschungsinitiative. Diese Plaques könnten danach eine Art Deponie darstellen, in der der Körper den Schadstoff abzulagern versucht.

Die Wissenschaftler untersuchen, ob eine wasserlösliche Form der Substanz Amyloid-Beta, aus der die Plaques bestehen, für die Schädigung der Nervenzellen verantwortlich ist, berichtet die Alzheimer-Initiative. Wenn diese Theorie zutrifft, ließen sich die Plaques wie ein Puffer betrachten, in dem die Schadstoffe zunächst einmal gebunden werden. Erst wenn die Aufnahmekapazität dieses Puffers erschöpft ist, würde die Krankheit tatsächlich ausbrechen. Sollte die Hypothese zutreffen, müsste die Forschung zu den Wirkstoffen gegen Proteinablagerungen aus Beta-Amyloid überdacht werden, erklärt die Alzheimer-Initiative.