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Netzgemeinde sucht den Mörder

Netzgemeinde sucht den Mörder

Über Sendungen, die im Fernsehen laufen, wird im Internet ausführlich diskutiert. Im Jahr 2015 beschäftigen sich über zehn Millionen Twitter- und Facebook-Beiträge mit dem TV. Beim SR-Tatort am Sonntag wird die Twitter-Quote wieder in die Höhe schnellen.

Wenn am kommenden Sonntag der neue Saarbrücker "Tatort" mit Devid Striesow in der Hauptrolle ausgestrahlt wird, sitzen Millionen von Zuschauern zuhause vor ihren Fernseh-Geräten. Doch die beliebte Krimi-Reihe strahlt mittlerweile auch ins Internet hinein. In sozialen Netzwerken im Internet werden die ARD-Serie und zahlreiche weitere TV-Sendungen ausgiebig kommentiert und diskutiert. 10,1 Millionen Twitter-Nachrichten und Facebook-Einträge beschäftigten sich im Jahr 2015 mit dem Fernsehen, im Jahr 2014 waren es 5,8 Millionen, 2013 nur knapp 2,4 Millionen.

Krimis vor Dschungelcamp

Die aus "Tatort" und "Polizeiruf 110" bestehende Sonntagabend-Krimireihe der ARD hält dabei die Spitzenposition mit gut 750 000 Nennungen im Netz, wie eine Analyse des Marktforschungsunternehmens MediaCom Science in Düsseldorf ergab. Hinter dem Tatort landete im vergangenen Jahr - wie auch schon 2014 - die "Tagesschau" mit knapp 750 000 Einträgen auf Platz zwei. Die RTL-Sendung "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" schaffte es mit rund 620 000 Twitter-Meldungen und Facebook-Kommentaren auf Platz drei, obgleich sie nur gut zwei Wochen im Jahr im Fernsehen präsent ist, dann jedoch täglich. Stark schnitt auch der WDR-Nachttalk "Domian" mit knapp 470 000 Beiträgen ab.

Der deutliche Anstieg der Beiträge in sozialen Netzwerken zum TV-Programm begründet MediaCom Science im Wesentlichen damit, dass Twitter und Facebook von Anwendern, die übers Programm diskutieren, immer intensiver genutzt werden. Die Zahl der neu hinzugekommenen Nutzer der Plattformen, die sich über das Fernsehen austauschen, ist der Auswertung zufolge weniger ausschlaggebend. Im Jahr 2014 diskutierten das TV-Programm noch 2,1 Millionen Nutzer, im Jahr 2015 beteiligten sich etwa 2,3 Millionen Nutzer.

Den Twitter-Beitrag mit den meisten Reaktionen und "Gefällt"-Angaben steuerte übrigens die Youtuberin Dagi Bee während des Live-Finales der ProSieben-Sendung "Germany's next Topmodel" im Mai bei, das wegen einer Bombendrohung abgebrochen werden musste. "Krasse Action bei #GNTM .. habe es gerade erfahren.. Aber zum Glück ist niemandem was passiert", schrieb sie. Mehr als 24 000 Reaktionen, sogenannte Retweets, und "Gefällt"-Klicks folgten darauf.