Mit Programmen fürs Smartphone lassen sich Bücher einfach katalogisieren

Für Vielleser : Ordnung im Bücherregal mit Katalog-Apps

Mit Programmen für das Smartphone haben Leseratten ihr Bibliothek-Verzeichnis nicht nur im Blick, sondern auch immer mit dabei.

Wer viele Bücher besitzt, will den Überblick behalten, um nichts doppelt zu kaufen. Das ist nicht immer einfach, denn eigenhändig Tabellen anzulegen oder Notizbücher zu füllen, kann sehr aufwendig und umständlich sein. Es gibt zahlreiche Daten, die katalogisiert werden müssen und die Vielleser oft auch unterwegs dabei haben wollen. In den App Stores von Google und Apple gibt es einige Programme, die dabei helfen sollen, den Überblick über den eigenen Bücherbestand zu haben und zudem weitere nützliche Funktionen beinhalten. Unsere Zeitung hat vier Apps aus dem Google Playstore und dem App Store von Apple getestet.

Die werbefreien Apps haben einige Gemeinsamkeiten. Der Nutzer hat verschiedene Möglichkeiten, die Bücher in seine Bibliothek aufzunehmen. Meist funktioniert das durch Eingabe der ISBN oder anderer Informationen, sogenannter Metadaten. Die einfachste Option ist jedoch, den Barcode mithilfe der Kamera einzuscannen. Die Apps suchen automatisch in unterschiedlichen Datenbanken nach dem Titel, der anschließend mit einem Klick in die Bibliothek eingefügt wird. Die Listen aller Apps sind auch offline verfügbar. Das heißt, auch ohne mobilen Datenempfang kann der Nutzer überprüfen, ob ein Buch bereits in seinem Bestand ist.

Dante Booktracker: Öffnet der Nutzer die kostenlose App, die es ausschließlich für Android gibt, wird sofort deutlich, dass alles auf das Notwendigste reduziert ist. Es gibt lediglich drei Kategorien, in die die Bücher eingeteilt werden können: „Für später“, „Lesen“ und „Gelesen“. Dieser schlichte Aufbau sorgt dafür, dass die App einfach zu benutzen ist.

Beim Scannen der ISBN mithilfe der Smartphone-Kamera wird der Bildschirm kurz schwarz, was irritierend ist. Das Programm arbeitet aber im Hintergrund. Ein Manko ist jedoch, dass es nicht möglich ist, falsche Daten zu korrigieren. Das heißt, wurde ein Buch einmal nicht korrekt in der Datenbank eingepflegt, bleibt der Fehler bestehen. Die einzige Korrekturmöglichkeit ist, das Buch erneut eigenhändig einzutragen. Das hingegen nimmt einige Zeit in Anspruch, je nachdem wie ausführlich der Nutzer die Metadaten eingibt.

Meine Bibliothek: In der Beschreibung im Playstore listet der Entwickler zahlreiche Datenbanken (Google, Amazon, Open Library, Worldcat, IsbnPlus, Moly, data.bn, Libris, ISFDB und Biblio) auf, in denen die kostenfreie App nach Büchern sucht. Im Test blieb aber der ein oder andere Titel verschollen und musste händisch eingetragen werden. Dabei bietet die Software einen Vorteil gegenüber anderen Katalogapps. Der Nutzer muss den Klappentext nicht in die Datenbank eingeben, denn das Programm bietet die Funktion, diesen zu fotografieren und von Bild in Text umzuwandeln. Damit erspart sich der Nutzer einige Zeit. Das funktioniert zwar nicht immer fehlerfrei, aber die Korrektur ist schneller erledigt, als alles selbst zu tippen. So lassen sich mit dieser App zahlreiche Bücher schnell katalogisieren. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der App ist eine Liste für Comics, die im Menü gesondert auftaucht. Das Programm gibt es nur für Android-Geräte.

Bookstats: Die Gratis-App der deutschen Entwicklerin Laura Krebs ist sowohl für Android als auch iOS verfügbar. Wie der Name vermuten lässt, ist sie nicht nur darauf ausgelegt, Bücher zu katalogisieren, sondern bietet dem Nutzer auch ausführliche Statistiken an. Er kann seine durchschnittliche Lesedauer pro Buch, Bewertungen und gelesene Seite einsehen. Neben den gewöhnlichen Kategorien „Ungelesen“, „Lesen“ und „Gelesen“ bietet die App auch eine gesonderte Liste für abgebrochene Bücher an. Der Nutzer hat darüber hinaus die Möglichkeit, eigene Kategorien zu bilden, nach denen er seine Bibliothek sortieren will. So kann er die Listen individuell gestalten.

Bücher können nicht nur einzeln eingescannt werden, sondern auch gleich mehrere hintereinander. Dadurch muss der Nutzer nicht jeden Titel einzeln bestätigen, sondern kann mit wenigen Klicks am Ende alle gleichzeitig in die eigene Bibliothek importieren. „Die Buchdaten werden von Google Books und Amazon bezogen“, erklärt Krebs. Die Funktion, mehrere Titel gleichzeitig zu scannen, ist jedoch nicht direkt ersichtlich, obwohl sie sich auf der Startseite des Programms befindet. Darüber hinaus gibt die Software auf Basis der eingetragenen Bücher Empfehlungen für künftige Käufe, die der Nutzer mit einem Klick direkt bei Amazon bestellen kann. Andere Anbieter werden nicht berücksichtigt.

Um die App auf mehreren Geräten gleichzeitig zu nutzen, ist es nötig, persönliche Daten online zu hinterlegen. Diese werden nach Angaben der Entwicklerin nicht anderweitig verwendet. Um seine Daten nicht freigeben zu müssen, kann der Nutzer seine Listen auch als Tabellendokument herunterladen. So kann er sie auf einem Computer oder anderen Geräten öffnen.

BookBuddy: Die Software, die es ausschließlich für iOS-Geräte gibt, kann der Nutzer kostenlos im App Store herunterladen. Wer mehr als 50 Bücher eintragen will, muss einmalig 5,49 Euro bezahlen, um seinen gesamten Bestand katalogisieren zu können. Die Kaufversion bietet außer der aufgehobenen Beschränkung nicht mehr Funktionen als die Gratisversion. Im Test überzeugte die App durch eine hohe, fehlerfreie Trefferquote. „BookBuddy verwendet etwa ein Dutzend Online-Quellen für Buch-Metadaten“, erklärt das Unternehmen Kimico. „Dazu gehören unter anderem Google Books und Library of Congress.“ Der Nutzer kann mehrere Bücher gleichzeitig einscannen, stapelweise die Titel in seine Bibliothek einpflegen und diese dann nach diversen Kategorien wie Autor, Genre und Bewertung sortieren und filtern.

Nach Angaben des Entwicklers werden keine Daten der Nutzer erhoben und auf eigenen Servern gespeichert. Die App bietet jedoch an, dass der Anwender seine Konten von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter verknüpfen kann, um so Empfehlungen zu erhalten.

Mit den Programmen lassen sich nicht nur gedruckte Romane katalogisieren, sondern auch E-Books oder Fachliteratur. Somit sind sie nicht nur für Bücherwürmer interessant, sondern auch für Studenten und Schüler.

In unserem Test haben Bookstats und BookBuddy am besten abgeschnitten. Die Software Bookstats hat den Vorteil, dass sie plattformübergreifend genutzt werden kann, also nicht nur auf dem iOS-Gerät funktioniert. BookBuddy überzeugt hingegen durch seine einfache Nutzung. Ein Manko bleibt allerdings die Beschränkung auf 50 Bücher in der kostenlosen Version.

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