Mit den richtigen lässt sich die Datenkrake Windows 10 einschränken

Kostenpflichtiger Inhalt: Für mehr Privatsphäre : Ein Maulkorb für Windows 10

Das Microsoft-Betriebssystem sammelt im Hintergrund ständig Informationen. Nutzer können dem Einhalt gebieten.

() Das Betriebssystem Windows 10 wird seit dem Start wegen seiner Datensammelwut kritisiert. Doch jeder Nutzer kann genau festlegen, welche Informationen er an den Softwarehersteller Microsoft weitergibt. Der Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen rät, bereits bei der Installation von Windows 10 genau darauf zu achten, welche Rechte man dem System einräumt. Wer sich unbedacht durch das Einrichtungsmenü klicke, könne leicht persönliche Daten preisgeben.

Vollständig lasse sich die Datensammelei unter Windows 10 nicht abschalten, erklären die Verbraucherschützer. Wer jedoch einige Einstellungen verändert, könne sie wenigstens eindämmen. Um das Menü zum Datenschutz zu öffnen, muss zunächst auf das Windows-Symbol und danach auf das Zahnrad („Einstellungen“) geklickt werden. Danach wird „Datenschutz“ ausgewählt.

Werbe-ID deaktivieren Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die sogenannte Werbe-ID zu deaktivieren, da sie aufzeichnet, welche Seiten der Nutzer öffnet und welche Produkte er sich häufig anschaut. Dadurch würden personenbezogene Werbeeinblendungen zum Beispiel auf Facebook oder Twitter ermöglicht. Ebenso sollten die Optionen „Websites den Zugriff auf die eigene Sprachliste gestatten“ und „Windows erlauben, das Starten von Apps nachzuverfolgen“ abgeschaltet werden.

Cortana stummschalten Wie auch bei den mobilen Betriebssystemen iOS oder Android gibt es bei Windows einen eingebauten Sprachassistenten, den Microsoft Cortana getauft hat. Durch ihn lasse sich Windows per Stimme oder Handschrift steuern, aber er berge enorme Datenschutzrisiken, da jedes gesprochene Wort an die Server des Herstellers geschickt und dort analysiert werde, warnen die Verbraucherschützer. Daher raten sie, den Assistenten abzuschalten, wenn er nicht benötigt wird. Zudem sollten Nutzer sich überlegen, ob Windows ein Wörterbuch anlegen darf, da für die Verbraucherschützer nicht nachvollziehbar war, ob das System auch diese Daten an Microsoft übermittelt.

Digitalen Fußabdruck einschränken Wer nicht mit mehreren Windows-10-Geräten arbeitet, könne den sogenannten Aktivitätsverlauf abschalten, empfehlen die Verbraucherschützer. Das Betriebssystem legt dabei eine Liste an, welche Internetseiten ein Nutzer besucht und welche Programme auf den Rechnern ausgeführt wurden. Ebenso könne die Option „Meinen Aktivitätsverlauf an Microsoft senden“ deaktiviert und der bereits gespeicherte Verlauf gelöscht werden.

Wenn der Software-Hersteller nicht erfahren soll, wo sich der Nutzer befindet, sollte er die Standorterkennung abschalten, raten die Verbraucherschützer. Denn durch die Positionserkennung könnte nicht nur der Windows-Hersteller das Bewegungsprofil des Gerätebesitzers verfolgen. Auch in diesem Fall können bereits gespeicherte Daten gelöscht werden.

Wer bei Microsoft ein Konto angelegt hat, hat in der Regel auch dort persönliche Informationen wie Name, Geburtstag und E-Mail-Adresse hinterlegt. Unter Windows 10 kann der Nutzer entscheiden, ob das System oder Programme und Apps auf dem Rechner Zugriff auf diese Daten bekommen.

Auch bei Kontaktinformationen rät die Verbraucherzentrale zur Vorsicht. E-Mail-Programme bräuchten Zugriffsrechte, weil sie sonst keine E-Mail-Adressen aus dem Adressbuch verwenden könnten. Weitere Programme sollten Nutzer vor der Installation genau überprüfen. Das gelte auch für den Zugriff auf Anruflisten, E-Mails, Aufgaben oder Kurznachrichten.

Zugriff auf Diagnosedaten Während der Installation können Nutzer entscheiden, ob sogenannte Diagnosedaten, die zur Fehlerbehandlung an den Hersteller gesendet werden, „vollständig“ oder „einfach“ an Microsoft übermittelt werden.

Wie auch Windows selbst können installierte Programme auf die Diagnosedaten des Systems zugreifen oder eigenständig Daten erstellen. Auch das lasse sich einschränken oder abschalten, wie die Verbraucherschützer erklären.

Dateien schützen Über das Datenschutz-Menü kann auch festgelegt werden, welche Programme bestimmte Dateitypen öffnen dürfen. Das kann entweder allgemein oder für einzelne Programme eingestellt werden.

Synchronisation abschalten Wer nicht mit mehreren Geräten unter Windows 10 arbeitet, kann über die Windows-Einstellungen die Synchronisation ausschalten. Zudem empfehlen die Verbraucherschützer in den Konto-Einstellungen den Punkt „Stattdessen mit einem lokalen Konto anmelden“ auszuwählen, damit sich das Benutzerkonto nicht beim Hochfahren des Rechners mit einem Microsoft Server verbindet. Das sei nur nötig, wenn Dateien zwischen mehreren Windows-Geräten ausgetauscht werden sollten.