Der Lieblingsbegleiter der Deutschen: Mit dem Smartphone um die Welt

Der Lieblingsbegleiter der Deutschen : Mit dem Smartphone um die Welt

Im Gepäck deutscher Touristen darf eine Sache nicht mehr fehlen: der digitale Alleskönner.

Der „Generation Y“, also jenen Menschen, die in den Jahren 1980 bis 2000 zur Welt gekommen und somit im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind, wird oft nachgesagt, beziehungsunfähig zu sein. Die jüngste Umfrage des Branchenverbands Bitkom mit 1219 Teilnehmern liefert jedoch den Beweis des exakten Gegenteils: Bundesbürger zwischen 14 bis 29 Jahren können sehr wohl bedingungslos treu sein. Und zwar ihrem Smartphone. Denn auf das können 92 Prozent der jungen Befragten selbst im Urlaub nicht verzichten.

Doch es sind nicht nur die jungen Menschen, die ihr Smartphone unterwegs nicht missen wollen. Auch für 73 Prozent der Befragten, die älter sind als 29 Jahre, gehört das Mobilgerät immer ins Handgepäck, erklärt der Bitkom. Mit auf Reisen geht das Smartphone allerdings meist nicht alleine, längst tummeln sich auch andere elektronische Helfer im Koffer. „Viele Digitalgeräte wandern ganz selbstverständlich mit ins Handgepäck, um sich auch unterwegs über Freizeitangebote, Busfahrpläne, Abflugzeiten und Restaurants informieren zu können“, erklärt Miriam Tänzer vom Bitkom.

So ist etwa bei vielen der Tablet-PC (41 Prozent) oder der Laptop (37 Prozent) stets mit dabei. Für 22 Prozent darf die Smartwatch nicht fehlen, sportlich Aktive packen dagegen gerne ihren Fitnesstracker ein (22 Prozent). Wieder jeder Fünfte kann im Urlaub nicht auf seinen E-Book-Reader verzichten. Und ein technisches Hilfsmittel, an dem sich wohl seit seiner Erfindung die Geister scheiden, ist immerhin für 15 Prozent ein Muss auf Reisen: der Selfie-Stick, ein Teleskop-Stab, an dessen Ende das Smartphone montiert wird und das dem Fotografen als künstliche Armverlängerung dient.

Das Smartphone während des Urlaubs nicht zu Hause verstauben zu lassen, macht auch  durchaus Sinn. Es kann als Navigationshilfe dienen, fremde Sprachen  übersetzen oder orientierungslosen Touristen das beste Restaurant der Stadt vorschlagen. Doch gilt bei der Handy- und vor allem der Internetnutzung im Ausland einiges zu beachten, mahnt der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Wer etwa bedenkenlos im Internet surfe, könne nach dem Urlaub schnell um viele Euros ärmer sein.

So können Nutzer seit dem 15. Juli vergangenen Jahres zwar in der Regel ohne zusätzliche Kosten innerhalb der EU telefonieren und mobil surfen, doch lauern bei der sogenannten „Roam-like-at-home“-Regel auch Fallstricke, etwa an Bord von Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen. Kürzlich erst hat eine Familie aus Berlin für Schlagzeilen gesorgt, weil der zwölfjährige Sohn auf einer Mini-Kreuzfahrt mit seinem Smartphones Videos im Internet angeschaut hat. Gekostet hat ihn der Spaß letztlich 12 000 Euro. Passiert ist das, weil sich der Junge mit dem teuren Satellitennetz des Schiffes verbunden hatte.

Die Stiftung Warentest empfiehlt Schiffreisenden deswegen, die Einstellung „automatische Netzwahl“ vorab zu deaktivieren. Zudem müssen sie die Funktion „mobile Daten“ ausschalten. Andernfalls verbinde sich das Handy automatisch mit dem Bordnetz. Flugpassagiere, die auf Nummer sicher gehen wollen, lassen ihr Smartphone laut Verbraucherschützern den kompletten Flug über im Offline-Modus oder schalten es gleich ganz ab. Wer auf dem Schiff oder im Flugzeug aber nicht aufs Surfen verzichten wolle oder könne, sollte sich besser ein Datenpaket zum Festpreis buchen.

Doch nicht nur über den Wolken oder auf hoher See, auch an Land gilt: bei der Internetnutzung über öffentliche WLAN-Hotspots ist Vorsicht angebracht. Denn die sind oft ein Angriffsziel von Hackern, die es auf persönliche Nutzerdaten abgesehen haben, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Damit sich das Handy nicht automatisch in solche Netzwerke einwählt, rät das BSI Verbrauchern dazu, die WLAN-Funktion ihres Gerätes nur dann einzuschalten, wenn sie diese auch tatsächlich nutzen wollen.

Beim Surfen über unverschlüsselte Netze sei es zudem wichtig, darauf zu achten, keine sensiblen Daten einzugeben. E-Mails zu checken, Nachrichten über Facebook zu verschicken oder gar Überweisungen über Online-Banking zu tätigen, sollten Nutzer also in jedem Fall unterlassen, erklären die Sicherheitsexperten.

www.bsi-fuer-buerger.de

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