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Mikro-Jobs machen keine Millionäre

Mikro-Jobs machen keine Millionäre

Es klingt verlockend: Das Internet ermöglicht es, am heimischen PC ein paar Euros dazuzuverdienen. Doch Vorsicht: Manches Angebot des sogenannten Crowdworkings entpuppt sich als Nepp.

Sie schreiben kurze Werbetexte, recherchieren Adressen im Internet oder beschreiben Bilder und Videos. Kurzum: Sie erledigen kleine Aufgaben, die Computer immer noch nicht zufriedenstellend verrichten. Millionen von Menschen verdienen auf diese Weise Geld im Internet. Sie werden Crowdworker oder Klickarbeiter genannt. Handelt es sich beim Crowdworking um eine Möglichkeit, bequem von zu Hause Geld zu verdienen? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch wie funktioniert das genau? Einige wichtige Fragen und Antworten zum Thema.

Welche Möglichkeiten gibt es, per Heimarbeit im Internet Geld zu verdienen?

Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, an Online-Umfragen teilzunehmen. Man gibt seine Meinung in einem Fragebogen für die Marktforschung ab und kassiert dafür ein paar Cent oder sogar Euro. Möglich ist es auch, Produkte zu testen, Webseiten auf ihre Nutzbarkeit hin zu prüfen, Daten zu erfassen, Adresslisten zu pflegen und vieles mehr.

Von welchen Angeboten sollte man die Finger lassen?

Es gibt in dem Bereich immer wieder unseriöse Anbieter. Die Alarmglocken sollten sofort schrillen, wenn ein Nebenjob wahnsinnig lukrativ erscheint, sagt Julia Rehberg, Juristin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. "Bei einer sehr simplen Tätigkeit kann man einfach nicht ein paar Tausend Euro im Monat verdienen", warnt sie. Gleichzeitig sollten Jobsuchende Angebote sofort aussortieren, bei denen sie in Vorkasse treten müssen.

Was ist noch gefährlich?

Auf keinen Fall sollten Verbraucher ihr Bankkonto zur Verfügung stellen. Manche Jobs bestehen darin Geld zu überweisen. Man erhält zum Beispiel 5000 Euro auf sein Konto - und soll dann 4500 auf ein anderes Konto transferieren. Den Differenzbetrag dürfen Nutzer behalten. "Das hört sich zunächst toll an, doch dahinter steckt Geldwäsche", sagt Rehberg.

Wie erkennt man seriöse Anbieter?

Es sollte auf jeden Fall auf der Webseite ein Impressum angegeben sein, erklärt Jürgen Wursthorn von der Bundesarbeitsagentur. Außerdem sei es wichtig, dass klar beschrieben ist, wie die Aufgabe aussieht und was der Umfang ist.

Wie funktionieren Nebenverdienste über das Smartphone, also sogenanntes Crowdworking?

Über Apps wie Workhub, Streetspotr, Clickworker oder Testbirds können Nutzer Mikro-Jobs annehmen. Hier verdienen sie Cent- oder kleinere Euro-Beträge, indem sie etwa die Speisekarte eines Restaurants fotografieren. Weltweit gibt es mittlerweile 2300 solcher Plattformen, rund 65 existieren in Deutschland, sagt Thomas Klebe, Leiter des Hugo Sinzheimer Instituts für Arbeitsrecht.

Kann man von dem Verdienst leben?

Der Stundenlohn beim Crowdworking ist häufig sehr gering, sagt Klebe. In der Regel ist es nicht mehr als ein Zuverdienst, leben kann man von den Beträgen nicht. Wer sich dafür interessiert, sollte sich genau anschauen, was man mit einem Job verdient, und ob sich der Zeitaufwand dafür rechnet.

Was müssen Mitarbeiter beachten, die von zu Hause aus arbeiten wollen?

Haben Mitarbeiter einen Beruf, sollten sie prüfen, ob sie ihren Arbeitgeber über die Aufnahme eines Nebenjobs informieren müssen, sagt Klebe. Außerdem ist das Einkommen in der Steuererklärung anzugeben. Wer arbeitslos ist und Arbeitslosengeld bezieht, darf maximal 160 Euro im Monat dazuverdienen, erklärt Wursthorn. Außerdem darf man offiziell nicht mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten. Als Arbeitsvertrag zwischen Jobber und vermittelnder Plattform gibt es zudem ausschließlich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) - keinen Vertrag. Auch ist nicht geklärt, ob die Klickarbeiter Angestellte oder Selbstständige sind. Meist werden sie als Selbstständige betrachtet, doch Arbeitsrechtler Klebe sieht das kritisch: "Sie haben in der Regel keinen Kündigungsschutz, erhalten im Krankheitsfall keine Entgeltfortzahlung und haben keinen Schutz durch Betriebsräte."