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Deutsche stehen Telemedizin aufgeschlossen gegenüber
Mehrheit ist für Arztbesuch per Mausklick

Düsseldorf. Viele Deutsche würden es begrüßen, wenn sie ihren Arzt vom heimischen Wohnzimmer aus konsultieren könnten. In einer Umfrage der Unternehmensberatung PWC gaben 43 Prozent an, dass sie sich Ausnahmen vom Fernbehandlungsverbot wünschen, etwa für die Behandlung chronischer Krankheiten.

Bislang müssen sich Arzt und Patient mindestens einmal persönlich sehen, bevor eine Sprechstunde via Telefon oder Videoverbindung erlaubt ist. Elf Prozent wollen das Verbot komplett kippen, 42 Prozent wollen dagegen an der bisherigen Regelung festhalten. Für die Umfrage wurden 1000 Personen online befragt.


Im Mai hatte sich der Ärztetag für eine Lockerung des Verbots ausgesprochen. Eine Behandlung aus der Ferne soll nach dieser Grundsatzentscheidung in Einzelfällen auch ohne persönlichen Erstkontakt zwischen Arzt und Patient möglich sein – sofern dies „ärztlich vertretbar und die erforderliche ärztliche Sorgfalt“ gewahrt ist.

74 Prozent der Befragten wünschen sich laut PWC einen Ausbau der ärztlichen Beratung über das Internet. Allerdings hätten 86 Prozent gefordert, dass sich ihr Arzt ein persönliches Bild von ihnen machen und sich nicht auf Schilderungen oder äußere Symptome verlassen solle.



Knapp 70 Prozent der Befragten glauben laut PWC, dass durch digitale Technologien Krankheiten besser diagnostiziert und behandelt werden können. Skeptisch seien sie allerdings gegenüber dem Einsatz von Computern und Robotern im Patientengespräch. Mehr als drei Viertel der Befragten seien der Ansicht, dass diese die Gefahr technischer Fehler, falscher Diagnosen und des Missbrauchs von Daten erhöhe.

Für die Kontrolle des eigenen Gesundheitszustands setzen noch wenige Menschen auf moderne Technologien. So gaben nur 15 Prozent an, derzeit Smartwatches oder Fitnessarmbänder zu benutzen. Unter den 18- bis 29-Jährigen ist es jeder Dritte. Die meisten setzen sie als Schrittzähler oder Pulsmesser ein.

(AFP)