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Leben unter dem Meeresgrund

Leben unter dem Meeresgrund

Unter dem Grund der Weltmeere liegt die Tiefe Biosphäre. Dieses unerforschte Ökosystem ist die Heimat unzähliger Mikroorganismen, die dort gewaltige Mengen Biomasse in Methan umwandeln.

Bremen. Das Leben in den Ozeanen ist von ungeheurer Vielfalt, hat der Census of Marine Life gezeigt, ein weltweites Forschungsprojekt der Meeresbiologie, das nach jahrelanger Suche über eine Million höherer Lebensformen in den Weltmeeren identifizierte. Erst ein Viertel ist wissenschaftlich vollständig beschrieben.

Doch am Meeresboden ist noch lange nicht Schluss, erklärt nun das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Uni Bremen. Selbst 2,5 Kilometer unter dem Meeresgrund leben noch Mikroben. Tatsächlich existiere in den Tiefen des Meeresbodens ein riesiges, unerforschtes Ökosystem. Die Wissenschaftler nennen es die Tiefe Biosphäre. Dort leben Mikroorganismen , Bakterien und sogenannte Archaeen, die mindestens ebenso viel Biomasse auf die Waage bringen, wie alle bisher bekannten Lebewesen im Ozean. Das hätten Bohrungen des japanischen Meeresforschungszentrums Jamstec im Pazifik gezeigt, bei denen Bremer Experten dabei waren.

Die Mikroben leben in bis zu sieben Meter dicken Kohleschichten bei Temperaturen zwischen 40 und 60 Grad Celsius. Die Ablagerungen entstanden vor 20 Millionen Jahren aus den Wäldern dieser Epoche. 2500 Meter unter dem Meeresboden sei die Zahl der Mikroorganismen nur noch sehr gering, trotzdem seien eindeutig biologische Prozesse nachgewiesen worden.

Die Mikroben wandelten Kohle, die in diesen Ablagerungen enthalten ist, in Methan um, so Professor Kai-Uwe Hinrichs vom Bremer Meeresforschungszentrum.