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Kurznachrichten-Apps wissen vieles über uns

Kurznachrichten-Apps wissen vieles über uns

Deutlich populärer als SMS sind inzwischen Kurznachrichten, die über sogenannte Messenger-Apps wie Whatsapp versendet werden. Der Datenschutz ist bei manchem Anbieter jedoch problematisch.

800 Millionen Menschen nutzen weltweit die Anwendung Whatsapp zum Versenden von Nachrichten , Bildern, Videos und Musikdateien. Die Stiftung Warentest prüfte Whatsapp und acht weitere sogenannte Messenger-Apps jeweils für die Smartphone-Betriebssysteme iOS und Android. Das Ergebnis: Der auch in Deutschland beliebteste Service Whatsapp bietet zwar die beste Handhabung, liefert jedoch nur einen laxen Schutz persönlicher Daten. Testsieger wurde der deutsche Anbieter Hoccer. Zur Begründung heißt es, dass die Anwendung vorbildlich mit persönlichen Daten umgehe und simpel zu bedienen sei.

Whatsapp brauche, um zu funktionieren, Zugriff auf den Standort, die Fotos, die Videos und das Mikrofon des Handys. Beim Umgang mit persönlichen Daten wurde die Anwendung nur mit "ausreichend" bewertet. Der Dienst lese zudem automatisch die Telefonbücher seiner Nutzer. Die beiden getesteten Dienste Viber und TextSecure machen das ebenfalls. Der Vorteil beim Telefonbuchabgleich besteht für den Anwender darin, dass er keine eigenen Kontakte in der Kurznachrichten-App anlegen muss. Die Dienste tun das von alleine, indem sie die Kontakte vom Telefonbuch in die Anwendung übertragen. Diese Funktion lässt sich bei allen drei Anwendungen nicht deaktivieren. Die Stiftung Warentest kritisiert, dass die Nutzer nicht selbst entscheiden können, ob sie dem Anbieter alle Kontakte überlassen wollen. Bei den Diensten Facebook , Threema und Line ist diese Funktion optional. Die Nachrichten-Apps Hoccer, Blackberry und ChatSecure verzichten komplett auf den Telefonbuchzugriff und ermöglichen auch keine Option zur Übertragung von Kontakten.

Stiftung Warentest untersuchte außerdem, welche Angaben Nutzer beim Einrichten der Apps tätigen müssen. Hoccer und Threema sind die beiden einzigen Dienste, die von ihren Nutzern bei der Anmeldung nicht einmal eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse verlangen. Ein Fantasiename reicht aus. Preisgegebene private Daten seien am besten beim Anbieter ChatSecure für iOS-Nutzer geschützt. Das Einrichten dieser App sei jedoch umständlich.

Die Verbraucherorganisation kommt zu dem Ergebnis, dass viele Anbieter in der Lage seien, Nachrichten der Nutzer mitzulesen. Der beste Weg, dies zu verhindern, sei die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Eine Nachricht werde dabei auf dem Handy des Absenders automatisch verschlüsselt und erst auf dem Mobiltelefon des Empfängers entschlüsselt. Unter den getesteten Diensten werben Hoccer, Threema, Blackberry, ChatSecure und TextSecure/Signal mit dieser Sicherheitsoption. Bei den übrigen Diensten wissen die Anbieter laut Stiftung Warentest , wer was an wen sendet.

Alle getesteten Anwendungen außer Threema und Whats app sind grundsätzlich kostenlos. Threema verlangt von seinen Nutzern einmalig 1,99 Euro; Whatsapp ist im ersten Jahr gratis und kostet ab dann 89 Cent jährlich.