KI-Entwicklung: Selbstlernende Maschinen revolutionieren Gesellschaft

KI-Entwicklung : Selbstlernende Maschinen könnten Gesellschaft revolutionieren

Selbstlernende Maschinen könnten bereits in kurzer Zeit die Arbeitswelt, den Verkehr und die Wirtschaft revolutionieren. Hunderttausende Arbeitsplätze, darunter selbst die hochqualifizierter Wissenschaftler, könnten inzwischen mit wenig technischem Aufwand durch Künstliche Intelligenz (KI) ersetzt werden, sagt der Physiker Wolfgang Ertel.

Bereits im nächsten Jahr würden Robotertaxis durch deutsche Großstädte fahren, prognostiziert Ertel. Die besten Programme seien heute beim Erkennen von Objekten schon besser als es Menschen je sein könnten. Die Zahl der Verkehrstoten werde dadurch um mehr als 90 Prozent sinken, schätzt Ertel, der das Institut für Künstliche Intelligenz an der Hochschule Ravensburg-Weingarten (Baden-Württemberg) leitet.

„Künstliche Intelligenz ist nie betrunken oder spielt am Smartphone“, sagt Ertel. In der US-Großstadt Phoenix seien bereits seit 2018 autonome Taxis ohne menschlichen Fahrer unterwegs. Durch den Einsatz solcher Fahrzeuge würden bald sämtliche Taxis, Lastkraftwagen und bis zu 90 Prozent aller Privatautos überflüssig. Durch deren Dauerbetrieb würden Garagen und Parkplätze gespart. Doch es gebe auch Nachteile. Es drohe etwa ein massiver Verlust von Arbeitsplätzen sowie Probleme beim Datenschutz. „Google weiß dann immer, wann und wohin Sie gefahren sind“, mahnt der Ravensburger Physiker.

Selbstlernenden Maschinen stehe ein fast unbegrenztes Tätigkeitsfeld offen, erläuterte der Wissenschaftler. Doch der Einsatz sei fast immer zwiespältig. So seien Service-Roboter ein Segen für Menschen mit schweren Behinderungen. Doch da sich auch viele Nicht-Behinderte solche Maschinen kaufen würden, werde der Verbrauch von Energie durch ihre Herstellung und ihren Betrieb extrem ansteigen.

„Bei einer Milliarde Roboter brauchen wir hundert neue Kernkraftwerke oder 40 000 Windkrafträder“, rechnet Ertel vor. KI könne in der Wirtschaft andere Maschinen effizient überprüfen und Fehlerquellen viel schneller beheben als Menschen. Auch in künftigen Kriegen würden unzweifelhaft Maschinen eingesetzt, die dann selbstständig über Tod und Leben entschieden.

(epd)
Mehr von Saarbrücker Zeitung