Jeder zweite Deutsche will Ridesharing/Sammeltaxis per Smartphone-App

Ruf nach Ridesharing-Ageboten : Jeder zweite Deutsche will Sammeltaxis per Smartphone-App

Die Deutschen wünschen sich mehr „Ridesharing“-Angebote. Der Begriff bezeichnet Sammeltaxis, die unterwegs zusätzliche Fahrgäste aufnehmen und per Smartphone-­App bestellt werden können. Das hat eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom ergeben.

Demnach hat zwar erst jeder zwanzigste Bundesbürger einen derartigen Fahrdienst genutzt. Fast jeder Zweite gibt allerdings an, Interesse daran zu haben.

Ridesharing-Dienste sollen eine Alternative zu Bus, Bahn und Taxi sein. Der Begriff Ridesharing bedeutet wörtlich „sich eine Fahrt teilen“.

Das Konzept dieser Dienstleister: Sie bieten eine eigene App an, über die sich Fahrten anfordern lassen. Der Anbieter überwacht die Touren in Echtzeit, die Autos werden nach Bedarf umgelenkt. Ist ein Fahrzeug mit einem Passagier in eine bestimmte Richtung unterwegs. leitet der Anbieter den Fahrer um, wenn sich ein weiterer meldet, um diesen ebenfalls mitzunehmen. Auf diese Weise bieten die Unternehmen ihre Fahrten meist günstiger an als Taxis.

Acht von zehn Befragten sind der Ansicht, dass ein solcher Dienst besonders in ländlichen Regionen, in denen oft keine ausreichende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr besteht, hilfreich sein kann. Sieben von zehn sind der Meinung, dass Ridesharing eine sinnvolle Ergänzung zu Bus und Bahn sein kann. Dagegen meint laut Bitkom nur jeder Zweite, dass es eine Alternative zum klassischen Taxi darstellt. Ebenfalls jeder Zweite gibt jedoch an, auf ein eigenes Auto verzichten zu wollen, wenn solche Mitfahr-Angebote flächendeckend verfügbar wären.

Das Vermitteln von Mitfahrgelegenheiten haben einige Unternehmen zum Geschäftsmodell gemacht. In Deutschland gibt es solche Angebote bislang nur in Großstädten. In Berlin etwa betreiben die Verkehrsbetriebe den Fahrdienst Berlkönig. Die Deutsche Bahn bietet in Hamburg mit „ioki“ einen ähnlichen Dienst mit Elektroautos an, die Passagiere zum nächsten Bahnhof bringen sollen.

In den USA ist das Konzept bereits etabliert. Dort gibt es mehrere Anbieter, der bekannteste ist Uber. Der Konzern fährt auch in München und Berlin, setzt hier jedoch aufgrund von Beschränkungen im deutschen Recht statt Privatleuten nur Berufsfahrer ein.

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