Unendliche Notizzettel in der Tasche Unendliche Notizzettel in der Tasche

Saarbrücken · Immer mehr Menschen erstellen Listen mithilfe von Apps. Auch die kostenlosen Varianten können überzeugen.

 Zettelchaos kann mit Apps der Gar aus gemacht werden. Das muss nichts kosten. Die Programme leisten bereits in der kostenlosen Version gute Arbeit.

Zettelchaos kann mit Apps der Gar aus gemacht werden. Das muss nichts kosten. Die Programme leisten bereits in der kostenlosen Version gute Arbeit.

Foto: Getty Images/iStockphoto/OSTILL

Nicht nur in Zeiten von Corona und Heimarbeit schreiben sich viele Menschen gerne Gedankenstützen mit Aufgaben, die sie im Laufe des Tages oder der Woche nicht vergessen dürfen. Oft stehen die sogenannten To-Do-Listen auf einem Schmierzettel, egal ob es sich um eine private oder berufliche Liste handelt. Wenn jedoch eine andere Person diese Zettel ebenfalls benötigt, kann es zu Verständnisproblemen kommen. Zum einen ist nicht jede Handschrift gut lesbar, zum anderen braucht der Ersteller der Liste diese oft ebenfalls und muss sie somit nochmal schreiben. Auch gehen handschriftliche Zettel häufig verloren oder werden vergessen.

Eine Möglichkeit, diese Probleme zu lösen, sind Apps auf dem Handy, in denen Listen erstellt werden können. Diese können mit anderen Personen geteilt werden und die Programme erinnern auf Wunsch auch an anstehende Aufgaben. Für diese Apps muss nicht unbedingt Geld ausgegeben werden, wie ein Vergleich von fünf kostenlosen Programmen zeigt.

 screenshottodoist-to-listen-apps  Screenshot: Esther Simon

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Foto: Esther Simon

20 Millionen Menschen verwenden die App Todoist, um Aufgaben zu erfassen und zu organisieren. Die Aufgaben lassen sich in verschiedene Projekte und Kategorien unterteilen, wodurch die Listen übersichtlicher werden. Außerdem können Nutzer tägliche Gewohnheiten, etwa Sport oder Lesen, anlegen und sich daran erinnern lassen. Wie die meisten Vertreter aus der Kategorie Organisationsapps fertigt das Programm einen Produktivitätstrend an, an dem ablesbar ist, wie viele Aufgaben durchschnittlich erledigt werden. Der wöchentliche sowie monatliche Trend ist nur in der Premiumversion verfügbar. Mit der kostenlosen Basisversion lassen sich bis zu 80 Projekte mit bis zu fünf Teilnehmern pro Projekt planen. Für drei Euro im Monat kann die Premiumversion freigeschaltet werden. Diese enthält etwa die Möglichkeit, Aufgaben Etiketten zu zuordnen oder Kommentare und Dateien hinzuzufügen. Größter Minuspunkt ist, dass die Erinnerungsfunktion ausschließlich in der Premiumversion zur Verfügung steht.

Die App gibt es für Mac, Windows, Linux, iOS und Android, für Computeruhren und als Erweiterungen für Browser und Mailprogramme.

 screenshot Evernote to-do-listen-apps Screenshot: Esther Simon

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Foto: Esther Simon

Evernote ist im Vergleich zu Todoist eher eine Listen- und Notizen-App als ein Projektmanagement-Programm, kann aber auch dafür genutzt werden.

Im Gegensatz zu den anderen Apps bietet Evernot den Nutzern eine Vielzahl an Vorlagen, um Notizen und Aufgaben für den jeweiligen Zweck optimal visualisieren zu können. Neben Protokollvorlagen nach bestimmten Methoden, Haushaltsbuch und Wochen- und Tagesplaner gibt es unter anderem auch Vorlagen für Schriftsteller zur Charakter- und Plotentwicklung. Nutzer können Artikel aus dem Internet einfach in ihren Notizen abspeichern. Ein weiterer Unterschied ist, dass nicht der Speicherplatz limitiert wird, je nach Version, sondern der Datentransfer pro Monat.

Evernote gibt es in drei Varianten. Die kostenlose Version ermöglicht es, Aufgaben und Notizen zu sammeln und zu organisieren. Zu Notizen zählen auch Bilder, PDF-Dateien sowie Audiomitschnitte. Die Notizen können in einzelnen „Notizbücher“-Ordnern sortiert und mit individuellen Schlagwörtern versehen werden. Es können zwei Geräte synchronisiert werden, eine Offline-Nutzung ist nicht möglich.

 screenshot Remember my milk to-do-listen-apps Screenshot: Esther Simon

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Foto: Esther Simon

Remember The Milk (RTM) ist sowohl für Privatpersonen als auch Geschäftsleute zum Organisieren ihres Alltages geeignet. Auch größere Projekte lassen sich problemlos und übersichtlich organisieren und mit anderen gemeinsam planen.

Eine sehr gute Kombination ist die Nutzung von Remember The Milk gemeinsam mit Evernote. Während Evernote dann eher für die Ideen- und Materialsammlung genutzt werden sollte, kann in Remember The Milk die genaue Aufgabenplanung ablaufen. In Evernote gesammelte Dateien und Artikel lassen sich bei Bedarf in Remember The Milk einfügen.

Remember The Milk ist für iOS, Android und BlackberryOS erhältlich und kann mit verschiedenen Diensten synchronisiert und in sie integriert werden, unter anderem Microsoft Outlook, Twitter, Skype, Google Kalender und Google Maps. Auch Erinnerungen per E-Mail oder SMS sind möglich.

Alle grundlegenden Funktionen stehen bereits in der kostenlosen Variante von Remember The Milk zur Verfügung, allerdings kann hier nur alle 24 Stunden eine Synchronisation aller Geräte und Cloud-Dienste genutzt werden.

Für Nutzer von Wunderlist ist die deutsche App Zenkit To Do ein optimaler Ersatz. Mit drei Klicks sind alle bei Wunderlist angelegten Notizen und Listen in Zenkit To Do übertragen und auch Handhabung und Design sind sehr ähnlich, zu Teilen sogar gleich. Die offensive Eigenwerbung der Entwickler als Nachfolger von Wunderlist ist in diesem Fall gerechtfertigt.

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Foto: Esther Simon

Über die Suchfunktion lassen sich sowohl Listen als auch einzelne Punkte auf diesen schnell und einfach finden. Datierte Aufgaben werden neben der Zuordnung, die Nutzer selbst vornehmen, auch automatisch in sogenannte intelligente Listen einsortiert. Diese sind in die Kategorien „Heute“, „Diese Woche“, „Wichtig“ und „Mir zugeordnet“ aufgeteilt. Wie bei allen anderen Apps lassen sich Listen und Aufgaben mit anderen Nutzern teilen, auch über Betriebssystemgrenzen hinweg.

Die kostenlose Version ist für bis zu acht Nutzer verfügbar und es können maximal 80 Listen, 2 400 Aufgaben und 20 Ordner angelegt werden. Ab vier Euro im Monat pro Nutzer kann das Paket erweitert werden. Insgesamt gibt es vier verschiedene Modelle.

 screenshot microsoft to do to do listen-apps Screenshot:Esther Simon

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Foto: Esther Simon

Microsoft To Do ist der offizielle Nachfolger der Berliner App Wunderlist und wurde vom gleichen Team entwickelt. Wie bei Zenkit lassen sich die bereits angelegten Listen und Aufgaben aus Wunderlist mit wenigen Klicks in die neue App importieren. Aufgaben oder Listen lassen sich wie bei Wunderlist durch ein Wischen nach links löschen.

Erstellte Listen können auch einfach zu Gruppen zusammengefasst werden. Direkt als erstes auf der Startseite werden die Listen „Mein Tag“, „Wichtig“, „Geplant“, „Ihnen zugewiesen“ und „Aufgaben“ angezeigt, oberhalb der händisch erstellten Listen. Im Gegensatz zu anderen Apps werden hier Termine und Aufgaben nicht automatisch eingefügt, sondern müssen beim Erstellen des Eintrages händisch ergänzt werden.

Das Layout ist schlicht und wirkt weniger überladen wie das einiger anderer Anbieter. Der Hintergrund kann bis zu einem gewissen Punkt individualisiert werden.

Microsoft To Do ist sowohl für iOS, Android, Windows, MacOS als auch für Webbrowser erhältlich. Um die App nutzen zu können, muss ein Microsoft-Konto angelegt werden, falls noch keines existiert.

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