1. Leben
  2. Internet

Herzstudie: Auch zu viel Sport ist ungesund

Herzstudie: Auch zu viel Sport ist ungesund

Heidelberg. Dass Sport gesund ist, hat sich herumgesprochen. Auch dass selbst Herzpatienten davon profitieren. Doch wie viel müssen sie trainieren, um den optimalen Schutz vor einem neuerlichen Infarkt oder einem Schlaganfall zu haben?



Wissenschaftler des Krebsforschungszentrums (DKFZ) Heidelberg geben nun die Antwort auf diese Frage. Moderate Anstrengung zwei bis viermal pro Woche habe den besten Effekt. Patienten , die weniger oder gar keinen Sport treiben, haben ein deutlich höheres Risiko. Wer allerdings nach der Devise "Viel hilft viel" verfährt, tut seiner Gesundheit auch nichts Gutes. Ein tägliches Training erhöhe ebenfalls die Wahrscheinlichkeit eines neuerlichen Anfalls, ergab die Untersuchung des Forschungszentrums.

Am DKFZ werteten Dr. Ute Mons und Professor Hermann Brenner für ihre Untersuchung zehn Jahre zurückreichende Gesundheitsdaten und sportliche Aktivitäten von mehr als tausend Patienten in Reha-Einrichtungen aus. Dabei, so das Forschungszentrum, sei aufgefallen, dass die meisten Patienten im Laufe der Jahre nachließen. Der Anteil der Teilnehmer, die zu Beginn täglich oder fünf- bis sechsmal wöchentlich Sport getrieben hatten, sank stetig. Der Anteil der Patienten , die kaum noch körperlich aktiv waren, nahm dagegen zu.

In der Gruppe der Patienten , die selten oder niemals Sport trieben, habe es viermal mehr Todesfälle als bei jenen gegeben, die zwei- bis viermal pro Woche Sport trieben. Bei Patienten , die ein tägliches Sportprogramm absolvierten, seien schwere Herz-Kreislauf-Probleme doppelt so häufig wie bei der mittleren Gruppe vorgekommen. Die Ergebnisse zeigten, dass es eine Obergrenze gibt, jenseits derer ein Mehr an Sport keinen Vorteil bringt, so das Heidelberger Zentrum. Die Ursachen dieses Effekts können die Forscher bisher nicht erklären.