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Großer Datenklau bei US-Banken

Großer Datenklau bei US-Banken

Hacker haben offenbar enorme Mengen an Kundendaten von Großbanken erbeutet, genannt wird unter anderem der US-Riese JPMorgan. Auch europäische Banken seien betroffen, sagen Ermittler.

Die Großbank JPMorgan und andere Kreditinstitute sind laut US-amerikanischen Medienberichten das Ziel eines groß angelegten Hackerangriffs geworden. Dabei seien Mitte August unter anderem Kontoinformationen gestohlen worden, schrieben die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und die New York Times . Weitere betroffene Banken sollen auch aus Europa stammen - welche Institute im Detail betroffen sind, teilten die Ermittler nicht mit.

Laut Bloomberg gibt es Hinweise auf eine Attacke aus Russland. Der Stil, mit dem die Hacker vorgegangen sind, erinnere an den russischer Hacker in der Vergangenheit. Der New York Times zufolge sei unklar, ob es um Wirtschaftskriminalität oder Spionage gegangen sei.

Nach Informationen des Wall Street Journal gelangten die Angreifer ins Computersystem von JPMorgan über eine präparierte E-Mail, durch die Schadsoftware auf dem Computer eines Mitarbeiters installiert wurde. Von da aus hätten sich die Hacker weiter in das System gearbeitet.

Die Bank heuerte den US-Medien zufolge in den vergangenen Wochen Mitarbeiter an, die im amerikanischen Verteidigungsministerium Erfahrungen mit Hackerabwehr gesammelt haben. JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte bereits in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre angekündigt, man werde 2014 mehr als 250 Millionen Dollar ausgeben und 1000 Mitarbeiter einstellen, um für Cybersicherheit zu sorgen. Nun soll auch der Geheimdienst NSA bei der Aufklärung mithelfen.

US-Ermittler hätten die Attacke auf JPMorgan bestätigt und von vier weiteren Banken gesprochen, die zum Opfer der Datendiebe geworden sind. Die amerikanische Ermittlungsbehörde FBI sei eingeschaltet. Es handele sich um einen äußerst professionell ausgeführten Cyberdiebstahl sehr großer Mengen von Kundendaten . Geprüft werde unter anderem, ob die Attacke einen politischen Hintergrund angesichts der jüngsten Spannungen zwischen Russland und dem Westen im Ukraine-Konflikt haben könnte, schrieb Bloomberg.

Die Bank JPMorgan habe seit dem Datenklau keine Zunahme von Betrugsfällen bei ihren Kunden festgestellt, berichtete die New York Times . "Firmen unserer Größe haben es leider fast jeden Tag mit Cyberangriffen zu tun", sagte eine JPMorgan-Sprecherin. "Wir haben mehrere Verteidigungsebenen, um diesen Bedrohungen zu begegnen."

US-Finanzmarkt im Visier

Die Finanzwirtschaft und Handelsunternehmen in den USA waren in den vergangenen Monaten Ziel groß angelegter Hacker-Attacken geworden. So wurden beim Einzelhändler Target Kreditkarten-Daten von Dutzenden Millionen Kunden gestohlen. Vor wenigen Wochen wurde zudem der bisher größte Diebstahl von Nutzerdaten bekannt. 1,2 Milliarden Datensätze von über 400 000 Online-Diensten wurden dabei entdeckt. Drahtzieher sollen in diesem Fall ebenfalls russische Hacker gewesen sein.