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Gratis-Virenscanner bieten guten Schutz

Gratis-Virenscanner bieten guten Schutz

Die Stiftung Warentest hat 18 Virenschutzprogramme geprüft. Auch einige kostenlose Varianten konnten die Warentester überzeugen.

Die Stiftung Warentest hat 18 Schutzprogramme, darunter fünf kostenlose Anwendungen, auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Schutzprogramme schnitten mit der Gesamtnote "gut" ab. Sämtliche Antivirenprogramme bieten laut Überprüfung einen wirksameren Schutz als Win-dows Defender, das Virenprogramm, das bei Windows 10 mitgeliefert wird und ebenfalls in den Test eingeschlossen war. Testsieger ist das Programm Norton Security Standard des Software-Herstellers Symantec. Aber auch die getesteten Gratisprogramme lieferten solide Ergebnisse, erklären die Warentester.

Bewertet wurde in erster Linie der Wächter-Schutz. Diese Funktion soll mögliche Schadprogramme ausfindig machen, wenn Nutzer im Internet surfen oder Dateien öffnen. Außerdem kontrolliert sie den Datenverkehr aus dem Internet mit Hilfe einer sogenannten Firewall, die Schädlinge erkennen und blockieren soll, bevor sie überhaupt auf dem Rechner gespeichert werden. Zusätzlich wurde die Scanfunktion der Programme analysiert, die Festplatten nach Schädlingen durchsucht.

Auch auf eine einfache Bedienung und saubere Benutzeroberfläche achteten die Tester. Ein weiteres Augenmerk lag auf dem Phishing-Schutz. Er dient dazu, Webseiten zu erkennen, die Nutzerdaten und Passwörter stehlen wollen. Einige Virenscanner besitzen außerdem nützliche Zusatzfunktionen, wie zum Beispiel geschützte Browser, um sicher surfen zu können, oder Kindersicherungen, mit denen für Kinder ungeeignete Webseiten blockiert werden können. Ein weiteres Kriterium war die Rechnerbelastung, die angibt, wie stark die Schutzprogramme den PC ausbremsen. Bei der Überprüfung wurden mehr als 14 000 Schadprogramme auf die Virenscanner losgelassen.

Ein überraschendes Ergebnis: Die meisten der getesteten Produkte sind im Handel deutlich günstiger als auf den Webseiten der Anbieter. Häufig beträgt die Differenz mehr als die Hälfte des Gesamtpreises. Für eine einjährige Lizenz des Testsiegers Norton Security Standard werden im Handel rund 23 Euro fällig, auf der Anbieter-Webseite kostet die Software 50 Euro.

Norton schnitt mit einer Gesamtnote von 1,9 bei den meisten Punkten mit gut oder sehr gut ab. Die Tester lobten vor allem Wächter- und Scannerfunktionen, Norton erkannte fast alle Schädlinge. Lediglich die vergleichsweise umständliche Handhabung und der etwas dünne Funktionsumfang wurden bemängelt.

Bei den kostenlosen Programmen konnten laut Stiftung Warentest vor allem AVG Antivirus und Avira Free Antivirus überzeugen. Beide erhielten eine Gesamtnote von 2,4. Bei AVG gefiel den Testern vor allem die geringe Rechnerbelastung, Avira konnte dafür mit der komfortablen Bedienung punkten.

Der letzte Platz ging an den Windows Defender, den Microsoft in Windows 10 von Haus aus integriert hat. Das Programm biete zwar einen Grundschutz, dieser sei aber bei weitem nicht ausreichend. Wächter und Scanner lieferten nur befriedigende Ergebnisse, auch die unzureichenden Hilfsfunktionen konnten nicht überzeugen. Der Defender schütze nur mittelmäßig vor Angreifern und sollte auf jeden Fall durch eine gute Sicherheitssoftware ergänzt werden, erklären die Warentester. Auch die Kombination aus Defender und der in Windows integrierten Firewall biete keinen zufriedenstellenden Schutz. Auf dem vorletzten Platz landete das Programm McAfee Antivirus Plus. Die 60 Euro teure Software lieferte kaum bessere Ergebnisse als der Windows Defender, bei der Handhabung schnitt sie sogar schlechter ab.