Fußballtrainer entscheiden zu oft aus dem Bauch heraus

Mainz. Fußballtrainer müssen Meister der Taktik sein und auch in schwierigen Situationen immer einen klaren Kopf behalten. Von dieser Idealvorstellung sind die wirklichen Trainer in der Realität allerdings weit entfernt, zeigt einer Untersuchung von Forschern der Universität Mainz.

Mit Kollegen der britischen Warwick Business School und der Uni Zürich untersuchten sie das Verhalten von Trainern der Bundesliga und der britischen Premier League und verglichen 8200 Spiele mit 22 460 Toren, 42 359 Einwechslungen und 30 694 gelben und roten Karten.

Die Analyse zeige, dass Fußballtrainer oft zu einer Offensivstrategie wechseln, wenn ihr Team unerwartet zurückliegt. Doch statistisch hat gerade dann das Einwechseln von Stürmern gegen Verteidiger negative Konsequenzen. Der Wechsel erhöhe die Wahrscheinlichkeit für Gegentore erheblich, die Zahl selbst geschossener Tore steige aber bei Weitem nicht in diesem Maße. Das schlage sich statistisch in einer um 0,3 verschlechterten Punktzahl für das eigene Team nieder. Wenn der Rückstand nach Lage der Kräfteverhältnisse zu erwarten war, hätten sich solche Effekte nicht gezeigt.

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