Für Kinder sollten klare Regeln für Medienkonsum aufgestellt werden

Sicher unterwegs im Netz : Surfen im Internet ist kein Kinderspiel

Eltern müssen das Onlineverhalten ihrer Kinder im Blick behalten, denn im Netz können Gefahren lauern.

Im Internet zu surfen, ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit auch für viele Kinder. So kommuniziert fast ein Viertel der Grundschüler in Deutschland über Messengerdienste wie Whatsapp ohne Aufsicht ihrer Eltern. Das zeigt eine Umfrage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Je älter die Kinder sind, desto höher wird der Anteil derer, die ohne Eltern im Internet unterwegs sind. So besitzen bereits 90 Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen in Deutschland ein internetfähiges Gerät. Das ergab eine Befragung im Auftrag der Vergleichsplattform idealo. Dabei stellte sich ebenfalls heraus, dass 52 Prozent der Kinder schon einmal ohne das Wissen der Eltern etwas online bestellt haben.

Doch nicht nur diese Gefahr lauert auf Heranwachsende im Internet. Pornografie und Gewaltdarstellungen sind online freizugänglich, aber auch Cybermobbing ist laut der aktuellen JIM-Studie (Jugendliche, Information, Media) ein Problem, das Jugendliche betrifft. Kinder im Alter von zwölf bis 19 Jahren wurden im Auftrag des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest unter anderem zu ihrem Medienkonsum befragt. Dabei gab ein Drittel der Befragten an, bereits Mobbing im Internet im Bekanntenkreis mitbekommen zu haben.

Eltern sollten daher ihren Kindern mit Rat und Tat zur Seite stehen, rät das BSI, um sie möglichst vor den Gefahren zu schützen und sie in Gesprächen darüber aufzuklären. Eine Umfrage des Sicherheitsunternehmens Kaspersky ergab, dass viele Eltern mit ihren Kinder über das Thema Sicherheit im Internet reden, dennoch seien die Kinder alleine online unterwegs. Daher rät Psychologin Emma Kenny, das Onlineverhalten des Nachwuchses im Auge zu behalten.

Um Kinder vor schädlichen Inhalten zu schützen, können Eltern Jugendschutzprogramme installieren, die Onlinezeiten beschränken und entsprechende Seiten filtern, sodass diese gar nicht erst besucht werden können. Solche Software gibt es nicht nur für den Computer, sondern auch für Smartphones und Tablets. Auf Computern mit Windows und Mac OS liefern Microsoft und Apple von Haus aus Kinderschutzsoftware mit. Auch die Betriebssysteme für Smartphones von Google und Apple bieten entsprechende Einstellungen, um das Gerät kindgerecht einzurichten.

Darüber hinaus sei es wichtig, dass Eltern sich selbst über die virtuellen Gefahren informieren. Dafür gibt es beispielsweise die Initiative „klicksafe“ der Europäischen Union. Sie rät Eltern ebenfalls, mit ihren Kindern zu sprechen, um sie zu sensibilisieren, aber auch klare Regeln zu vereinbaren. Technischer Schutz allein reiche häufig nicht aus. Außerdem müssten Eltern nicht nur aufpassen, wie ihr Nachwuchs im Internet surft, sondern auch das eigene Onlineverhalten immer im Blick haben. Von klein auf schauten sich Kinder alles bei ihren Eltern ab – auch den Medienkonsum.

Es sei wichtig, dass Kinder bis etwa zehn Jahre nicht alleingelassen werden, wenn sie das Internet erkunden. Dazu empfiehlt die Initiative, den Zugang zum Internet in einem allgemeinen Wohnbereich wie dem Wohnzimmer und nicht im Kinderzimmer einzurichten. Gerade für Grundschüler legt „klicksafe“ nah, eigene Lesezeichen und Favoriten im Internetbrowser einzurichten. Das könnten kindgerechte Webseiten oder Suchmaschinen sein, die keine Werbung anzeigen.

Je älter Kinder werden, desto sicherer wird ihr Umgang mit dem Internet. Doch auch Jugendlichen sollten Eltern beratend zur Seite stehen, rät „klicksafe“. Ältere Kinder bewegen sich zwar freier im Internet, aber gerade dann sei der richtige Umgang mit der Online-Welt wichtig. Wer beispielsweise bemerke, dass sich das Verhalten seines Kindes ändert, sollte ein offenes Gespräch suchen, um herauszufinden, ob es schlechte Erfahrungen gemacht hat, rät Psychologin Kenny. Es sei wichtig, dass Kinder stets wissen, dass ihre Eltern Ansprechpartner für etwaige Probleme sind. Sie sollten gerade mit Jugendlichen über die Gefahren wie Cybermobbing oder Pornografie reden.

Eltern sollten ihren Nachwuchs im Auge behalten, da exzessiver Medienkonsum auch schnell in eine Sucht führen kann. Übermäßige Medien- oder Smartphonenutzung könne allerdings auch eine vorübergehende Phase sein, erklärt „klicksafe“. Gerade den Konsum jüngerer Kinder können Eltern mit klaren Vereinbrungen zum Beispiel zur Online-Zeit regeln. „Generelle Verbote sind auf Dauer wenig hilfreich und führen eher dazu, dass heimlich oder bei Freunden gespielt oder gesurft wird“, warnt „klicksafe“.

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