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Fotoalbum in der Datenwolke

Fotoalbum in der Datenwolke

Das Smartphone kann mehr als nur telefonieren. Auch als Fotoapparat leistet es wichtige Dienste. Und weil die meisten Menschen ihr Foto-Telefon immer dabei haben, fallen heute mehr Bilddateien an als jemals zuvor. Wer seine Fotos sammeln will, braucht jede Menge Speicherplatz. Dazu eignen sich Online-Fotodienste. Die Angebote sind praktisch, haben jedoch Haken.

Bei Fotodiensten im Internet lassen sich Bilder speichern, bearbeiten, sortieren und anderen Nutzern vorführen. Technisch funktioniert das nahezu fehlerfrei, hat die Stiftung Warentest bei einem Vergleich von sieben Angeboten festgestellt ("Test"-Ausgabe 3/16). Allerdings erreichte trotzdem keine der getesteten sogenannten Fotoclouds die Note "sehr gut". Grundsätzlich sollten Anwender sich darüber im Klaren sein, dass sie Persönliches in fremde Hände geben. Sie sollten sich genau überlegen, welche Bilder sie auf den Internetservern der Dienste speichern, so die Tester.

Da kein Anbieter eine Sicherheitsgarantie abgibt, sei eine zusätzliche Sicherung der Fotos, etwa auf einer externen Festplatte, empfehlenswert. Auch wenn die Zugriffs- und Nutzungsrechte der Bilder nur beim Kunden liegen, könne niemand kontrollieren, ob ein Dienst Fotos auswertet oder Dritten zugänglich macht.

Die Anmeldung funktioniere in der Regel problemlos. In vielen Fällen reiche es, ein Nutzerkonto mit Mailadresse und Passwort anzulegen. Fotocloud-Einsteigern empfehlen die Warentester einen Zugang auf Probe, den man schnell wieder kündigen kann. Sie sollten die Dienste zuerst mit wenigen Bildern einrichten und ausprobieren, aber keine großen Fotomengen hochladen. Ganz ohne Macken sei keines der Angebote. Einige Dienste haben nur wenig Gratisspeicher im Angebot, andere unterstützten bestimmte Fotoformate nicht, und manche benachteiligten den Nutzer in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Außerdem seien einige der Apps, die von den Diensten angeboten werden, neugierig, warnen die Warentester. Sie sammelten Daten, die für die Funktionsfähigkeit des Angebots nicht nötig seien, mit denen sich aber Nutzerprofile erstellen ließen.

Außer dem Dienst iCloud von Apple bieten alle Dienste je eine App für die Betriebssysteme Android und iOS. Wem Komfort wichtig ist, dem empfiehlt die Stiftung Warentest den Testsieger Flickr (Gesamtnote 2,3), der unter anderem mit einem Terabyte (1024 Gigabyte ) Gratisspeicher überzeugte. Das Speicherplatz reiche für etwa 200 000 Fotos in hoher Auflösung. Beim zweiten mit "gut" bewerteten Dienst, Google Fotos, gebe es nur 15 Gigabyte Speicherplatz kostenfrei. Weitere 100 Gigabyte kosten jährlich 21,10 Euro. Der Anbieter Cewe gebe sich eher knauserig. Er gewähre im ersten Jahr zehn Gigabyte kostenlosen Speicher, danach verlange der Dienst 5,99 Euro. Weitere 100 Gigabyte kosten 45 Euro pro Jahr.

Flickr überzeugte die Tester mit vielseitigen Funktionen. Die Fotos ließen sich mit dem Dienst beschriften, sortieren und anderen Nutzern zugänglich machen. Ein Wermutstropfen sei aber die datenhungrige Android-App des Anbieters.

Google Fotos sei fast so vielseitig wie der Dienst Flickr . Die Android-App des Dienstes sende aber ebenfalls unnötig Daten. Der Dienst GMX Mediacenter (Gesamtnote 2,9) biete 10 Gigabyte kostenlosen Speicher. Er sei der einzige Anbieter, der keine Mängel in den AGB aufweise.