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Floh- und Trödelmärkte funktionieren auch digital - als App.

Unendliche Notizzettel in der Tasche : Wie Gebrauchtes zu Barem wird

Da derzeit wegen der Corona-Pandemie Flohmärkte nicht öffnen dürfen, greifen viele zum Smartphone, um alte Schätze zu Geld zu machen. Dafür gibt es in den Software-Sammlungen von Apple und Google viele kleine Helfer.

Im Wohnzimmer ist für den alten Sessel einfach kein Platz mehr und der Kleiderschrank quillt mal wieder über? Dann heißt es, ausmisten. Damit nicht alles im Keller verstaubt, gehen viele mit ihren ausgedienten Sachen auf den Flohmarkt. Doch in Zeiten von Corona werden Floh- und Trödelmärkte untersagt.

Wer nun seine gebrauchten Gegenstände verkaufen will, muss auf digitale Lösungen wie Flohmarkt-Apps zurückgreifen. Die SZ-Internet-Redaktion hat eine Auswahl kostenloser Anwendungen zusammengestellt, die sowohl für das Betriebssystem iOS von Apple als auch für Android von Konkurrent Google zur Verfügung stehen.

ebay-Kleinanzeigen: Der Klassiker

 Das Portal ebay-Kleinanzeigen lässt sich unkompliziert und schnell bedienen.
Das Portal ebay-Kleinanzeigen lässt sich unkompliziert und schnell bedienen. Foto: SZ/Jessica Becker

Den Anfang macht die mit über zehn Millionen aktiven Nutzern mit am meisten genutzte App eBay-Kleinanzeigen. Eine Anzeige aufzugeben, ist hier schnell und unkompliziert möglich. Nutzer müssen dazu nur die passende Kategorie auswählen, für den Sessel beispielsweise „Sitzmöbel“, sich eine kreative Beschreibung ausdenken und Fotos hochladen, die das Objekt möglichst genau abbilden. Danach noch ein Klick auf „Anzeige inserieren“ und schon kann sich der Verkäufer entspannt zurücklehnen. Die Kommunikation mit Interessenten erfolgt über private Nachrichten. Landet eine Anfrage im Postfach, kann sich der Verkäufer per E-Mail darüber informieren lassen. Wer die Plattform nicht zum Verkaufen nutzt, sondern auf der Suche nach Schnäppchen ist, kann favorisierte Anzeigen speichern und sie etwa über Facebook oder Whatsapp mit Freunden teilen.

Shpock: Verkauf auch mit Premium

  Die Werbeeinblendungen bei Shpock können durch einen Premium-Zugang deaktiviert werden.
Die Werbeeinblendungen bei Shpock können durch einen Premium-Zugang deaktiviert werden. Foto: SZ/Jessica Becker

Auch auf Shpock können nicht mehr genutzte Dinge zu Geld gemacht und Schnäppchen ergattert werden. Die Flohmarkt-App überzeugt mit einfacher Handhabung sowie ansprechendem Design und eignet sich sogar zum Verkauf von Autos und Immobilien. Die Anwendung ähnelt im Aufbau der Kategorien der Applikation eBay Kleinanzeigen und ist in der Basis-Version kostenlos – wer aber alle Funktionen nutzen möchte, muss zum Geldbeutel greifen und eine Premium-Mitgliedschaft für 9,99 Euro monatlich abschließen. Damit können Verkäufer ihrem Produkt dann beispielsweise zehn, statt nur fünf Fotos hinzufügen und den
„Shpock Super Boost“ nutzen, womit bis zu zwei Produkte drei Tage lang ganz oben in der Liste angezeigt werden. Außerdem ist die Premium-Version werbefrei und jederzeit kündbar.

Quoka: Von Pferden bis Jeans

 Auf der Plattform Quoka können auch Haustiere ein neues Zuhause finden.
Auf der Plattform Quoka können auch Haustiere ein neues Zuhause finden. Foto: SZ/Jessica Becker

Das Kleinanzeigenportal Quoka gibt es bereits seit über 30 Jahren – erst als Zeitung, dann als App. Neben den üblichen Kategorien finden Nutzer der Online-Plattform noch etwas aus der Mode gekommene Rubriken wie „Tiermarkt“, worüber selbst Pferde vermittelt werden, und „Bekanntschaften“. Auch das Design der Anwendung wirkt ein wenig veraltet. Das Vorgehen beim Aufgeben einer Anzeige oder bei der Suche nach einem Produkt ist jedoch selbsterklärend und innerhalb weniger Minuten befindet sich das Inserat in der Anzeigenliste. Und auch die Nutzerzahl ist genau wie die Auswahl mit mehreren Millionen relativ hoch. Was als Anwender etwas stört, ist die umfangreiche Werbung auf der Seite. Die private Nutzung der App ist mit keinen Kosten verbunden, gewerbliche Nutzer werden allerdings zur Kasse gebeten.

Kleiderkreisel: Mit Käuferschutz

  Bei Kleiderkreisel wird vor allem Kleidung verkauft. Das Portal bietet auch einen Käuferschutz an.
Bei Kleiderkreisel wird vor allem Kleidung verkauft. Das Portal bietet auch einen Käuferschutz an. Foto: SZ/Jessica Becker

Die Anwendung Kleiderkreisel widmet sich ausschließlich dem Thema Mode – hier kommt alles von High Heel bis Hut unter den Hammer. Wie bei den bereits genannten Apps müssen Verkäufer auch hier nur eine kurze Beschreibung verfassen, ansprechende Fotos der zu verkaufenden Ware hochladen und einen Preis festlegen und schon ist die Anzeige online. Gebühren fallen dabei keine an. Allerdings müssen Käufer, die via Sofortüberweisung, PayPal, Apple Pay oder Kreditkarte zahlen, zusätzlich 0,70 Euro plus vier Prozent des Verkaufspreises für den sogenannten Kreisel-Käuferschutz drauflegen. Der umfasst nach Angaben des Unternehmens eine Geld-zurück-Garantie, eine sichere Zahlung und Hilfe des Support-Teams. Auf der Plattform, die viele User auch zum Tauschen von Kleidungsstücken nutzen, können Käufer und Verkäufer per Direktnachricht kommunizieren.

nebenan.de: Verkauf und Hilfe

  Nebenan.de ist nicht nur ein digitaler Flohmarkt, sondern auch ein Portal für Nachbarschaftshilfe.
Nebenan.de ist nicht nur ein digitaler Flohmarkt, sondern auch ein Portal für Nachbarschaftshilfe. Foto: nebenan.de

Wer nicht nur ein paar Euro dazuverdienen, sondern gleichzeitig seine Nachbarschaft besser kennenlernen möchte, ist bei nebenan.de richtig. Nutzer können hier nicht nur Kleinanzeigen schalten, sondern erhalten auch Tipps und Empfehlungen, wenn sie beispielsweise auf der Suche nach einer Putzhilfe, einem Babysitter oder einer neuen Wohnung sind. Außerdem liefert die App Informationen zu anstehenden Veranstaltungen in der Umgebung. Die Anmeldung ist gratis, aber nicht ganz unkompliziert. Um sicherzustellen, dass User auch tatsächlich an der angegebenen Adresse leben, müssen sie Daten überprüfbar eingeben. Etwa indem sie ein Foto ihres Personalausweises hochladen. Ist dieser Schritt geschafft, können Nutzer ihre Annonce schalten und sich anschließend die neusten Beiträge der Nachbarn durchlesen.