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Fliegende Tankstellen für Düsenriesen

Fliegende Tankstellen für Düsenriesen

Erst starten, dann tanken. Nach diesem Motto wollen Ingenieure der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Zürich ein neues Spritspar-Konzept für den Luftverkehr entwickeln. Flugzeuge sollen mit wenig Kerosin abheben und erst in großer Höhe Treibstoff für die große Strecke fassen.

Zürich. Ein Airbus A380, der über 15 000 Kilometer weit fliegen kann, hat beim Start ein Maximalgewicht von 575 Tonnen. Seine Tanks fassen bis zu 369 Tonnen Treibstoff. Diese Masse muss der Düsenriese beim Start in die Höhe wuchten. Doch das kostet sehr viel Energie. So betrachtet ist ein Düsenriese deshalb ein sehr ineffizientes Verkehrsmittel, so die Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Deren Ingenieure haben errechnet, dass eine große Düsenmaschine ein Fünftel Kerosin sparen könnte, wenn sie mit möglichst wenig Sprit startet und den Großteil ihres Treibstoffs erst in der Luft tankt.

Fliegende Tankflugzeuge gibt es seit langem in der militärischen Luftfahrt. Die Schweizer Forscher wollen dieses Modell nun für den zivilen Einsatz anpassen. Eine fliegende Tankstelle würde dann Kerosin für drei bis fünf Linienflugzeuge mitnehmen und bei Transatlantikflügen zum Beispiel südlich von Grönland kreisen.

Die ZHAW-Ingenieure haben einen speziellen Tankausleger für einen vollautomatischen Tankvorgang entwickelt. Und zumindest im Flugsimulator ist der auch schon einmal von Piloten getestet worden. Anders als bei der Luftwaffe sollen Piloten der zivilen Luftfahrt Tankmanöver ohne Schulung absolvieren können, so Leonardo Manfriani, der das Projekt an der ZHAW leitet. Der Tankvorgang müsse deshalb rein computergesteuert ablaufen. Damit ließe sich nicht nur Treibstoff sparen - das Verfahren würde es auch kleineren Maschinen erlauben, Langstreckenflüge nonstop zu absolvieren.