Festplatten fürs Heimnetz

Berlin/Hannover · Anstatt Daten auf mehrere Computer und Festplatten zu verteilen, können Nutzer sie auch in einem kleinen Kasten neben dem Router lagern, dem sogenannten NAS oder Netzwerkspeicher.

Früher bogen sich Regalbretter unter dem Gewicht von CDs, heute lagern die liebsten Lieder und Videos eher auf der Festplatte. Verteilt auf MP3-Player und Rechner wird die Musiksammlung jedoch schnell unübersichtlich, Fotos des letzten Urlaubs befinden sich noch auf dem alten Computer und wichtige Dokumente lagern unsortiert auf den Festplatten von Notebook und Desktop-PC. Ordnung schafft hier ein Netzwerkspeicher, kurz NAS (Network Attached Storage) genannt. Solche Geräte sind heute bereits für unter 100 Euro zu haben.

"Netzwerkspeicher sind, vereinfacht ausgedrückt, Festplatten mit Netzwerkanschluss, die Speicherplatz für verschiedene Nutzer zur Verfügung stellen", sagt Boi Feddern von der Computerzeitschrift c't. Möglich wird das, weil die Geräte direkt am Router hängen, also an der Schaltzentrale des heimischen Netzwerks. So können Familienmitglieder Bilder oder Musik untereinander austauschen. Auf vielen NAS-Modellen lassen sich dabei mehrere Nutzer mit unterschiedlichen Zugriffsrechten anlegen. So kann jeder nur auf die Daten zugreifen, die auch ihm gehören.

Sinnvoll sind die Geräte auch, um zum Beispiel gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten oder Sicherheitskopien wichtiger Daten anzulegen. Oft können sie aber noch mehr: "Bei den meisten Geräten lassen sich noch zusätzliche Dinge konfigurieren - etwa für den Fernzugriff übers Internet", erklärt Feddern. Dabei sollten Nutzer laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aber unbedingt darauf achten, ein besonders starkes Passwort (mindestens zwölf Zeichen, bestehend aus großen und kleinen Buchstaben in Verbindung mit Sonderzeichen) als Zugangskontrolle zu vergeben, da ansonsten Datendiebe von außen auf den Speicher zugreifen können. Des Weiteren empfiehlt das BSI, im Menü des Routers IP-Adressen festzulegen, die von außen auf das Netzwerk zugreifen dürfen. So werden fremde Nutzer, deren IP-Adresse der Router nicht kennt, ausgesperrt. Einige Modelle bieten auch eine Verschlüsselung der gespeicherten Dateien an. Schafft es doch ein Hacker auf die Festplatte, kann er die Daten nicht auslesen.

Die Einrichtung der Netzwerkspeicher ist einfach. "Mittlerweile gibt es Speicher, die nicht nur wie eine externe Festplatte aussehen, sondern sich auch so verhalten", erklärt Michael Schidlack vom IT-Branchenverband Bitkom. Diese werden nur mit dem eigenen Router und dem Stromnetz verbunden - und schon steht der Speicherplatz im Netzwerk zur Verfügung.

Die Bedienung ähnelt der von Windows: "Per Browser sind moderne Geräte über eine Desktop-Ansicht bedienbar", erklärt Boi Feddern. Wer Daten schon einmal von Ordner zu Ordner verschoben hat, kommt auch mit einem NAS klar. Für den Zugriff über Smartphones oder Tablet-PCs bieten viele NAS-Hersteller eigene Apps.

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