Fast 2000 Aussteller aus aller Welt sind bei der IFA in Berlin zu Gast

Neuheiten der Unterhaltungselektronik : Das Smartphone erobert den Fernseher

Die Internationale Funkausstellung zeigt, wie sich die Internet-Technik im Wohnzimmer ausbreitet.

Zum Filmeschauen, Musikhören oder Internetsurfen braucht es heute nicht mehr viele Geräte. So mancher setzt ohnehin fast nur noch aufs Smartphone. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im Berlin, die seit Freitag für Besucher geöffnet ist, gibt es zahlreiche Neuheiten der Unterhaltungselektronik.

Fernseher Neben neuen Modellen mit höherer Auflösung und verbesserten Kontrasten ist in Berlin schon die nächste TV-Generation mit 8K-Auflösung (7680 mal 4320 Pixel) zu sehen. Das entspricht mehr als 33 Millionen Bildpunkten. LG zeigt etwa den 88 Zoll (224 cm) großen Fernseher 88Z9.

Zudem steckt in neueren Fernsehgeräten immer mehr Technik, die Besitzer aus ihren Smartphones kennen. Viele Geräte kommen inzwischen mit Android-TV als Betriebssystem und bieten damit jenseits der üblichen Streaming-Anwendungen eine riesige App-Auswahl. Philips‘ neue OLED-TV-Serien 934 und 984 mit Soundsystem von Bowers & Wilkins (ab 2700 Euro) laufen etwa ebenso mit Android TV wie die günstige UHD-Serie EP68 von TCL (ab 500 Euro).

Viele Besitzer sehen den Fernseher auch als Einrichtungsgegenstand. Dafür hat der Hersteller Panasonic mit einem aktuellen Prototypen eine Lösung: Der OLED-TV ist ausgeschaltet transparent wie eine Glasscheibe und soll mit seinem Holzrahmen optisch an eine Vitrine erinnern.

Smartphones zum Falten Der steigende Stellenwert von Smartphones lässt sich an zwei Zahlen ablesen, die der Digitalverband Bitkom und der Marktforscher IDC ermittelt haben. Während Verbraucher in diesem Jahr durchschnittlich 532 Euro für ein neues Smartphone ausgeben werden, fast 64 Euro mehr als 2018, liegt die Ausgabebereitschaft für einen neuen Fernseher mit durchschnittlich 587 Euro nur noch unwesentlich höher. 2018 waren es noch 13 Euro mehr.

Falthandys, jene Geräte, deren Bildschirm sich vom Format eines gewöhnlichen Smartphones auf Tablet-Computer-Größe aufklappen lässt, sind der neueste Trend auf dem Smartphonemarkt und daher auch auf der IFA vertreten. Die Knickfalte und die Mechanik dahinter haben sich bei Vorserienmodellen des südkoreanischen Technikkonzerns Samsung (Galaxy Fold) und des chinesischen Unternehmens Huawei (Mate X) mehr als anfällig erwiesen und mussten überarbeitet werden. Samsung zeigt das Ergebnis auf der Messe und will das Galaxy Fold nun ab Mitte September mit einem Preis von rund 2100 Euro in Deutschland verkaufen.

Mit dem Galaxy A90 5G hat Samsung auf der Messe ein weiteres neues 5G-fähiges Smartphone mit 6,7 Zoll (ca. 17 cm) großem Bildschirm vorgestellt (749 Euro). Und es gibt viele Handys mit besonderen Eigenschaften zu sehen, etwa robuste Outdoor-Telefone wie das Gigaset GX290 (300 Euro) oder das Spiele-Smartphone ROG Phone 2 des taiwanesischen Computerherstellers Asus (ab 900 Euro).

Kopfhörer ohne Strippen True Wireless heißt derzeit die Erfolgsformel bei Kopf- oder besser gesagt Ohrhörern. Angesagt sind Bluetooth-Modelle, die keine Kabel mehr haben. Bei fast allen Modellen ist das Aufbewahrungsetui gleichzeitig eine Akku-Ladestation. Meist sind auch Freisprechfunktion und Sprachassistenten integriert. Darüber hinaus nehmen die Hersteller aber verschiedene Zielgruppen ins Visier.

Für Sportler hat JBL etwa die wasserdichten (IPX7) Reflect Flow (150 Euro) entwickelt, die dank kleiner Haken besonders fest im Ohr sitzen sollen und bei Bedarf, etwa im Straßenverkehr, mehr Geräusche aus der Umgebung durchlassen können. Naturverbunden gibt sich House of Marley mit den Ohrhörern Liberate Air (150 Euro), die außen mit Holz verblendet sind, während US-Boxenbauer Klipsch sein Modell T5 (200 Euro) in ein Ladeetui aus Metall verpackt.

WLAN-Lautsprecher Musik lässt sich, ebenso wie Filme oder Serien, jederzeit direkt aus dem Internet abrufen (Streaming). Einen direkten Zugang zur Musik aus dem Netz bieten WLAN-Lautsprecher, die auf das Internet zugreifen können. Einer Bitkom-Umfrage zufolge besitzt inzwischen jeder Vierte hierzulande einen solchen Lautsprecher. Das allerwichtigste Kaufkriterium sei dabei die Klangqualität.

Auf guten Klang und auf Design setzt etwa der britische Hersteller Pure mit der Wiederbelebung von Braun als Audio-Marke. Als erste Produkte zeigt er auf der IFA Neuinterpretationen des LE-Lautsprechers von 1959: den LE01 (380 Euro), den LE02 (800 Euro) und den LE03 (1200 Euro), die ab Oktober jeweils in Schwarz oder Weiß auf den Markt kommen. Als Zubehör sind Wandhalterungen und Bodenstative erhältlich.

Während Pure die Grundzüge des zeitlosen LE-Designs beibehalten hat, stecken im Alugehäuse nun digitale Verstärker- und moderne Netzwerktechnik. So lassen sich die Lautsprecher zu Paaren zusammenschalten und per Sprache mit Google Assistant steuern. Das Musikstreaming läuft über den Chromecast-Standard von Google, die Klang-Feinabstimmung über eine App.

Der US-Hersteller JBL hat auf der Messe zum Beispiel den wasserdichten Smart-Lautsprecher Link Portable vorgestellt. Er ist ausgestattet mit dem Google-Sprachassistenten und unterstützt neueste WLAN-Technologie, Bluetooth, HD-Audiostreaming (Chromecast) und Apples Airplay-2. Der Preis liegt bei 150 Euro, Akku inklusive. Zum gleichen Preis bringt nun die Deutsche Telekom ihren bereits auf der IFA 2018 angekündigten Smart Speaker auf den Markt.

E-Scooter Auf den Straßen sind sie bereits unterwegs: E-Roller, die nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung mit bis zu 20 Stundenkilometern auf den Straßen unterwegs sein dürfen. Und so rollen nun auch Elektronik-Unternehmen mit E-Scooter in die Messehallen, darunter Trekstor mit der E-Gear-Serie (400 bis 700 Euro) mit bis zu 350 Watt starken Motoren und möglichen Zuladungen von bis zu 150 Kilogramm.

Samsung hat sein Falt-Smartphone Galaxy Fold überarbeitet. Es wird bei der IFA ausgestellt. Foto: AP/Michael Sohn
Huawei hat das Mate 20 X in der 5G Version vorgestellt und präsentiert es nun dem Publikum der Funkausstellung. Foto: AP/Michael Sohn
Für Sportler hat JBL die wasserdichten Reflect Flow entwickelt. Die kabellosen Kopfhörer sollen besonders gut im Ohr sitzen. Foto: dpa-tmn/Florian Schuh
Kabellose Lautsprecher werden immer beliebter. Daher sind auch zahlreiche Hersteller auf der IFA vertreten. Foto: AP/Michael Sohn

Aber auch E-Mobilitäts-Pioniere sind beim Roller-Trend dabei. Segway bringt etwa den Ninebot Max G30D (800 Euro) mit zur Messe. Den ab Oktober lieferbaren Scooter zeichnen unter anderem ein bereits eingebautes Schnelllade-Netzteil und eine Reichweite von bis zu 65 Kilometern aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neues auf dem Markt der Unterhaltungselektronik

(dpa)
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