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Fake News über den Corona-Virus verbreiten im Netz Angst und Schrecken.

Kostenpflichtiger Inhalt: Fake News im Netz : Wie Falschmeldungen Angst verbreiten

Sprachnachrichten und Kettenbriefe mit haltlosen Behauptungen über Corona sorgen für Verunsicherung.

Es vergeht kein Tag ohne Nachrichten zum Thema Coronavirus. Doch in Zeiten sozialer Netzwerke wie Facebook oder Whatsapp verbreiten sich nicht nur fundierte Nachrichten, sondern auch Falschmeldungen in rasender Geschwindigkeit. So heißt es, dass viel Trinken laut japanischer Ärzte gegen Covid-19 helfen würde.

Die Masse an Falschmeldungen und Verschwörungstheorien ist kaum noch von richtigen Nachrichten zu unterscheiden. Erst vor wenigen Tagen kursierte in den sozialen Netzwerken ein täuschend echt aussehender Screenshot der Seite Focus-Online über neue Öffnungszeiten diverser Supermärkte. Bereits wenige Stunden später meldete sich das Nachrichtenportal focus.de zu Wort, um die gefälschte Meldung zu entkräften. „Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Fake! Ein derartiger Artikel ist nie auf unserer Seite erschienen“, erklärt das Portal.

Die Technische Universität (TU) Berlin meldet, dass auch Gerüchte im Umlauf seien, wonach probate Mittel gegen das Virus Chlordioxid und MMS (Miracel Mineral Supplement) seien. Das angebliche Wundermittel MMS, das auch gegen Krebs und Aids wirken soll, wird im Netz zum Verkauf angeboten. Dabei handelt es sich laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) um eine Lösung mit der chemischen Verbindung Natriumchlorit, oft in Kombination mit einer zweiten Flasche, welche eine verdünnte Säure enthält und als sogenannter „Aktivator“ bezeichnet werde. Eine Wirksamkeit wurde nie bestätigt und das BfR, der Verbraucherzentrale-Bundesverband sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnen vor einer Gesundheitsgefährdung durch die Einnahme der hochgiftigen Chemikalie.

Hingegen ist die Meldung, das Schmerzmittel Ibuprofen fördere die Vermehrung des Virus, zunächst auch als Fake News eingestuft worden. Doch gestern riet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen bei Verdacht auf eine Corona-Infektion davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. Zwar gebe es keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höherer Sterblichkeit verbunden sei, doch zur Zeit prüften Experten die Lage. Die WHO rät, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen.

Die Liste mit Falschmeldungen lässt sich dennoch beliebig verlängern. Wie können Nutzer gefälschte von echten Nachrichten unterscheiden? Das Verbraucherportal mimikama.at rät dazu, solche Sprachnachrichten oder Kettenbriefe nicht unbedacht weiterzuleiten. Im schlimmsten Fall richteten Verbraucher mehr Schaden an. Zudem sollte der Absender darauf hingewiesen werden, dass die Behauptungen der Grundlage entbehrten und  er die Nachricht nicht weiter verschicken sollte. Das Portal empfiehlt, sich über die Seiten der Weltgesundheitsorganisation, des Robert-Koch-Instituts und der Behörden über den Stand der Dinge zu informieren.

Zudem sammelt mimikama.at Falschnachrichten, um Nutzer auf dem Laufenden zu halten. Eine Übersicht zu kursierenden Falschmeldungen gibt es auch von der TU Berlin. Der IT-Sicherheitsberater Frank Ziemann stellt auf der Plattform auch die gefälschten Meldungen zum Thema Corona zusammen und entkräftet sie mit wissenschaftlich fundierten Informationen.

Nicht nur Falschmeldungen kursieren derzeit im Internet. Auch Betrüger machen sich die Angst der Menschen zunutze. Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen warnt vor gefälschten Online-Shops (wir berichteten). Dort werden Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken angeboten. Diese werden am Ende nicht verschickt, doch das Geld wird einkassiert. Das LKA rät daher, den Zahlungsanbieter zu kontaktieren, um das Geld, wenn möglich, zurückzubuchen, und Betroffene sollen Anzeige erstatten.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, rät mimikama.at, dass sich Verbraucher E-Mails genauer anschauen, bevor sie Links anklicken, denn häufig könnten Betrugsmaschen in wenigen Schritten enttarnt werden. Zunächst sollten Nutzer die E-Mail-Adresse des Absenders betrachten. Ein falscher Punkt, ein zusätzlicher Buchstabe oder eine völlig sinnlose Adresse können Hinweise auf eine Betrügermail geben. Wenn Nutzer E-Mails von vermeintlichen Freunden empfangen und die Nachricht echt erscheint, sollten sie den betroffenen Absender anrufen. Möglicherweise haben sich Hacker Zugang zum Konto verschafft.

www.mimikama.at

hoax-info.de/corona.shtml