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| 19:09 Uhr

Fährtenleser am Himmel

Ein Flugzeug über den Wolken ist mit bloßem Auge von der Erde aus meist nicht zu erkennen. Sogenannte Flight Tracker sorgen jedoch dafür, dass Nutzer sich die Routen der Maschinen in Echtzeit im Internet ansehen können. Grafik: Fotolia
Ein Flugzeug über den Wolken ist mit bloßem Auge von der Erde aus meist nicht zu erkennen. Sogenannte Flight Tracker sorgen jedoch dafür, dass Nutzer sich die Routen der Maschinen in Echtzeit im Internet ansehen können. Grafik: Fotolia
Saarbrücken. Sogenannte Flight Tracker sind in der Lage, die Bewegungen von Flugzeugen in Echtzeit im Internet darzustellen. Die Dienste wissen über die Maschinen häufig sogar mehr als Behörden für Flugsicherung. Sebastian Ostendorf,David Seel (beide SZ)

Den Besuchern der Seite flightradar24.com mag ein Schauer über den Rücken gelaufen sein. Ein Flugzeug der Linie Egypt Air war am 19. Mai mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Jedermann konnte in Echtzeit auf einer interaktiven Karte verfolgen, wie die Maschine plötzlich vor der ägyptischen Küste verschwand. Innerhalb von Minuten meldeten sich Behörden bei dem schwedischen Unternehmen Flightradar24. Dieses kann mit tausenden kleinen sogenannten ADS-B-Empfangsgeräten, die bei freiwilligen Helfern auf Dächern montiert sind, die Position von großen Passagiermaschinen besser bestimmen als die meisten Behörden für Flugsicherung .

ADS-B ist für Piloten und die Flugsicherung gedacht. Das Kürzel steht für Automatic Dependent Surveillance-Broadcast. Die Technik funktioniert ähnlich wie bei handelsüblichen Navigationssystemen. Gesendet werden allerdings nicht nur der aktuelle Aufenthaltsort, sondern auch andere Daten, wie Flugzeugtyp, Flugnummer, Geschwindigkeit und Flughöhe. 80 Prozent der Passagiermaschinen in der EU sind mit ADS-B-Transpondern ausgerüstet. Da die Daten unverschlüsselt sind, können sie von jedem, der ein entsprechendes Gerät besitzt, empfangen werden.

Unternehmen wie Flightradar24 nutzen Stationen am Boden, um die Daten der Flugzeuge aufzufangen. Anschließend werden sie nach Stockholm gesendet. Die Server bereiten die Daten mit den Informationen der Flughäfen und Fluggesellschaften auf.

Ein Programm errechnet die Positionen und Routen der Flugzeuge in Echtzeit und überträgt diese auf eine Karte, die sich Nutzer auf der Webseite oder per App ansehen können. Wer sich die kostenpflichtige App Flightradar24 Pro installiert, kann am Himmel Flugzeuge abfotografieren. Anschließend errechnet das Programm anhand der Positionsdaten, um welche Maschine es sich handelt und präsentiert Infos.

Flightradar24 konnte seit seiner Gründung 2006 vor allem deshalb ein so engmaschiges Netz an Empfangsstationen weben, da es auf 10 000 Helfer zählen kann.

Jede Woche kämen 30 bis 50 hinzu, so das Unternehmen. Ein Gerät für ADS-B-Signale kostet im Schnitt 600 Euro. Allerdings vergibt die schwedische Firma die Empfänger über seine Webseite kostenlos an Unterstützer. Die müssten garantieren, dass die Antenne für das Gerät auf einer erhöhten Position angebracht ist und eine ständige Internet-Verbindung zu den Servern von Flightradar24 besteht. Im Gegenzug erhalten sie Zugriff auf die kostenpflichtigen Angebote. Alle 300 Kilometer müsse auf dem Boden ein solches Gerät stehen, um die Flüge fast lückenlos erfassen zu können.

Völlig alleine steht das schwedische Unternehmen Flightradar24 mit seinem Angebot nicht da. Konkurrenten sind etwa flightaware.com und planefinder.com. Doch die aufopferungsvolle Arbeit, Flug- und Positionsdaten zusammenzutragen und viele freiwillige Unterstützer zu gewinnen, lassen sich die Unternehmen auch bezahlen. So gelang es der schwedischen Firma Ende 2015 einen Auftrag des Unternehmens Airbus an Land zu ziehen. Der Flugzeug-Hersteller will seine Ortungsplattform AirFlight mit den Positionsdaten von Flightradar ausrüsten. Das Programm soll vor allem bei großen Logistik-Unternehmen zum Einsatz kommen. Diese könnten in zahlreichen Fällen nur die aktuelle Position ihrer Maschinen schätzen. Sie seien allerdings auf Daten übermittlung in Echtzeit angewiesen, erklärt Airbus.

Einen anderen Weg schlagen Anbieter wie die Plattform flightstats.com ein. Statt alle aufgezeichneten Flugzeuge auf einer gemeinsamen Karte anzuzeigen, kann man hier nur gezielt nach einzelnen Flügen oder Flughäfen suchen. Die gesuchte Maschine kann anschließend mittels Google Maps ebenfalls auf einer Karte angezeigt werden. Die zugrunde liegende Technik funktioniert etwas anders. Flightstats sammelt Daten aus verschiedenen Quellen wie Luftfahrtbehörden, Reservierungssystemen oder direkt von den Flughäfen. Diese werden dann über komplexe Zwischenschritte blitzschnell zu einer einzelnen Information zusammengefasst, die der Nutzer dann abfragen kann.

flightradar24.com

flightaware.com

planefinder.com

flightstats.com