Essenslieferdienste verursachen viel Müll und zahlen wenig Lohn

Essenslieferdienste in der Kritik : Viel Müll und wenig Lohn

Online-Bestellungen bei Essenslieferdiensten führen zu immer größer werdenden Bergen von Verpackungsmüll. „Das ist ein riesiges, riesiges Problem“, gibt Deliveroo-Chef Will Shu zu.

Das britische Unternehmen ist der drittgrößte Internetplattform für Essenslieferungen in Deutschland. Müll sei eine Herausforderung für den gesamten Internet-Versandhandel, nicht nur bei Essenslieferungen, so Shu. Seine Firma versuche, des Problems Herr zu werden, etwa indem es Plastikbesteck nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch gebe. Zudem experimentiere das Unternehmen mit kompostierbaren Verpackungen.

Deliveroo sammelt Bestellungen für Partner-Restaurants und organisiert die Lieferung über seine Fahrradkuriere. Auf dem deutschen Markt konkurriert Deliveroo mit anderen Diensten wie Foodora, Lieferheld und Lieferando.

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten und die Initiative „Liefern am Limit“ kritisieren seit Langem die Arbeitsbedingungen der Fahrradkuriere. Für Deliveroo sind nach Unternehmensangaben 1100 freiberufliche Lieferanten unterwegs, die pro Auftrag bezahlt werden. Im Schnitt zahle sein Unternehmen einen Stundenlohn von 16 Euro, sagt Shu. Die Kritiker gehen hingegen davon aus, dass die Kuriere teilweise weniger als den vorgeschriebenen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde verdienen.

(dpa)
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