Wieder geht es um Nutzerdaten: Erneuter Wirbel um Facebook

Wieder geht es um Nutzerdaten : Erneuter Wirbel um Facebook

Der Konzern gibt zu, seit einem Jahrzehnt Nutzerdaten an Smartphone-Hersteller weitergegeben zu haben.

Facebook hat auch dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei Zugriff auf die Daten seiner Nutzer gewährt. Der Internet-Konzern habe wie andere US-Technologieunternehmen mit Huawei und weiteren chinesischen Herstellern zusammengearbeitet, um seine Programme mit deren Mobiltelefonen kompatibel zu machen, so Facebook-Manager Francisco Varela. Damit bestätigte er einen Bericht der New York Times.

Huawei sei der drittgrößte Handyhersteller der Welt und seine Geräte würden weltweit genutzt, vor allem in den USA, erklärte Varela. Der Prozess, Facebook mit den chinesischen Firmen Huawei, Lenovo, Oppo und TCL kompatibel zu machen, sei „von Anfang an“ von Facebook „kontrolliert“ worden. Auf den Servern von Huawei seien keine Informationen gespeichert worden, erklärte Varela.

Die New York Times hatte im Vorfeld berichtet, dass über einen Zeitraum von zehn Jahren mindestens 60 Gerätehersteller ohne Einverständnis der Nutzer von Facebook einen weitreichenden Zugang zu Nutzerdaten bekommen hätten. Zu diesen Unternehmen gehörten demnach Apple, Amazon, Blackberry, HTC, Microsoft und Samsung. Facebook erklärte, die Nutzerdaten hätten von den Partnerfirmen nur mit Zustimmung verwendet werden dürfen. Zudem lägen dem Online-Konzern keine Informationen über einen Missbrauch der Daten vor. Und schließlich habe Facebook begonnen, diese Art der Zusammenarbeit zu beenden. Die Kooperation mit Huawei laufe Ende dieser Woche aus.

Facebook steht seit Monaten wegen seiner Praktiken unter massivem Druck. Dabei ging es bisher um das Abschöpfen der Informationen von über 87 Millionen Nutzern, die bei der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica gelandet waren. Die Daten sollen dann unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein.