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Einfach den Ton aus Videos aufzeichnen

Einfach den Ton aus Videos aufzeichnen

Damit Musikfans den Sound von Youtube-Videos nicht nur online genießen können, gibt es verschiedene Konvertierungs-Programme. Diese ermöglichen es, die Tonspuren der Clips als Audio-Datei zu speichern.

Die Videoplattform Youtube wird von vielen Nutzern auch zum Musikhören genutzt. Der Haken: Anwender können die Musik nur hören, wenn sie gerade online sind. Konvertierungs-Programme ermöglichen es, die Musik von den zugehörigen Videos zu trennen und als Audio-Datei abzuspeichern. So können Verbraucher sie auf einem MP3-Player verwenden oder auf eine CD brennen. Im Netz gibt es zahlreiche, sogenannte Youtube-to-mp3-Converter. Dabei ist zwischen zwei unterschiedlichen Typen zu unterscheiden. Beim ersten werden die Tonspuren des Videos mit einer Software abgespeichert, die auf dem eigenen Rechner installiert ist. Andere Programme fertigen die Kopien der Tonspuren direkt online an. So zum Beispiel der Dienst "YouTube-mp3.org", der als Klassiker gilt. Für ihn ist keine Registrierung erforderlich. Nach der Eingabe des gewünschten Links wird das Video-Format auf der Plattform des Anbieters kostenlos umgewandelt. Der Nutzer erhält einen Download-Link mit der fertigen Audio-Datei.

Mit über einer halben Million Zugriffen sei der "Free YouTube to MP3 Converter" das beliebteste Konvertierungsprogramm im deutschsprachigen Technikportal "Chip Online", sagt Chip-Redakteur Christian Schwalb. Da die kostenlose Software jedoch auch Werbung mit sich bringt, empfiehlt er gelegentlichen Nutzern eher das Programm "Peggo". Für die kostenlose Web-App muss keine Software installiert werden. Zudem funktioniere es außer für Youtube auch für den Musikdienst Soundcloud. Das Umwandeln sei einfach: Der Link zum Video werde in ein Feld kopiert, und die MP3 könne direkt geladen werden. Anfang und Ende des Videos lassen sich mit der App wegschneiden.

Schwalb empfiehlt zudem das Konvertierungs-Programm "4K Video to MP3 Portable", für das ebenfalls keine Installation erforderlich ist. Wer häufig Musik aus dem Netz laden möchte, sei hingegen mit Savedeo gut bedient. Mit der Anwendung können laut "Chip" ganze Titellisten abgespeichert werden.

Wer einen der zahlreichen angebotenen Converter verwendet, sollte jedoch beachten, dass einige Programme eventuell neben störender Werbung auch weitere Software installieren könnten, warnt Volker Zota, Redakteur der Computerzeitschrift c't. Zudem bestehe die Gefahr, in eine Abofalle zu tappen.

Die Experten sind sich darüber einig, dass die Nutzer von Convertern keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten haben. Zwar verweist Youtube diesbezüglich auf seine Nutzungs-Bedingungen, nach denen sämtliche Inhalte auf der Webseite zum Eigentum des Videoportals gehören oder von ihm lizenziert sind.

Die Plattform weist daraufhin, dass die Inhalte nicht heruntergeladen, kopiert oder reproduziert werden dürften. Für die Infoplattform zu aktuellen Urheberrechts-Entwicklungen, "iRights.info", steht jedoch fest, dass diese Nutzungsbedingungen in Deutschland nur dann gelten, wenn man ihnen vorher auch zugestimmt hat und ein Benutzerkonto habe. Das Recht auf Privatkopien könne jedoch nicht ohne Weiteres durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Anbieter-Portale ausgeschlossen werden.

Auch Julian Graf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärt, dass Musikfans solche Programme grundsätzlich zur Erstellung von Privatkopien nutzen könnten, allerdings nur so lange die Quelle "nicht offensichtlich rechtswidrig ist". Rechtswidrig seien beispielsweise private Konzertaufnahmen und illegale Film-Kopien, die bei Youtube eingestellt sind. Ansonsten sei das Erstellen von MP3-Dateien rechtlich mit Mitschnitten von Radiobeiträgen vergleichbar, sagt der Jurist.