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Eine Einstellung einiger Smartphones sorgte für Aufruhr um die App

Corona-Warn-App : Die Aussetzer der Corona-Warn-App

Wegen einer falschen Einstellung bei einigen Android-Smartphones funktioniert die Software nicht bei allen Nutzern.

(dpa) Die Corona-Warn-App ist mit großen Ansprüchen gestartet. Sie soll die Verbreitung des Virus bremsen und Infektionsketten verfolgen. Nun ist bekannt geworden, dass es bei einer Reihe von Nutzern Probleme gab. Manche Handys verschickten keine oder späte Warnungen zum Infektionsrisiko.

Woran hakt es genau? Auch wenn die Corona-Warn-App nicht geöffnet ist, soll sie im Hintergrund Daten aktualisieren. Wenn es eine Begegnung mit einer Person gab, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurde, soll das Handy seinen Besitzer eigentlich mit einer Benachrichtigung auf das erhöhte Risiko hinweisen. Bei manchen Geräten ist die Hintergrundaktualisierung aber im Stromsparmodus nicht möglich gewesen. „Das gilt nicht nur für die Corona-Warn-App, sondern für alle Apps auf diesen Smartphones“, hieß es dazu aus dem Bundesgesundheitsministerium.

Die Warn-App tausche auch ohne diese Hintergrundaktualisierung anonyme Codes mit anderen Smartphones aus. Die Infektionsketten werden weiterhin nachverfolgt. Es könne ohne die Hintergrundaktualisierung aber passieren, dass ein Nutzer das Programm erst öffnen müsse, um über ein Ansteckungsrisiko informiert zu werden. Das Gesundheitsministerium versicherte, dass die Anwendung „zu jeder Zeit“ funktioniert habe. Ein Sprecher des Unternehmens SAP, das an der Entwicklung der Software beteiligt war, sagte: „Es ist keine Fehlfunktion in der App.“ Das Problem entstehe durch Stromsparoptionen einiger Smartphonehersteller.

Wie viele Geräte waren von dem Problem betroffen? Das ist bisher nicht bekannt. Die Corona-Warn-App läuft auf Smartphones mit den Betriebssystemen Android und iOS. Bei Apples System ist das Problem mit der aussetzenden Hintergrundaktualisierung nicht aufgetreten. „Im Moment können wir sagen, dass es nicht alle Androidgeräte betroffen hat, sondern nur bestimmte“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

Wie das Robert-Koch-Institut mitteilte, wurde die Software insgesamt in Deutschland 16,2 Millionen Mal heruntergeladen (Stand: 24. Juli). Wie oft die Anwendung auf Androidgeräten installiert ist, sei jedoch unklar. Laut dem Marktforschungsunternehmen Kantar hatte Android mit Stand Juni 2020 einen Anteil von mehr als 73 Prozent im deutschen Smartphonemarkt.

Woher weiß ich, ob ich betroffen bin, und was kann ich dann tun? Alle 24 Stunden werden Daten in der App aktualisiert. Wann genau steht unter dem Punkt „Risikoermittlung“. Wer die App öffne und sehe, dass die Aktualisierung erst in diesem Moment passiere, bei dem sei die Hintergrundaktualisierung wohl nicht aktiv, erklärte der SAP-Sprecher. In den Einstellungen des Geräts lasse sich das ändern. In der neuesten Version der Anwendung können Nutzer dies auch direkt in der App tun. Sie können dort auswählen, dass diese immer im Hintergrund ausgeführt werden soll.

Hat die Bundesregierung auf das Problem hingewiesen? Das Gesundheitsministerium kennt das Problem seit längerem und hat es auch im Frage-und-Antwort-Bereich (FAQ) der Software thematisiert. Von etlichen Seiten hagelte es dennoch Kritik.

Gibt es noch weitere technische Probleme mit der Anwendung? „Momentan haben wir dazu keine Heinweise“, sagte der Sprecher von SAP. Aus dem Gesundheitsministerium hieß es hingegen, es sei allgemein bekannt, dass es Fehlermeldungen gebe, die aber keine Auswirkungen auf die Funktion der App hätten. Manche Nutzer von iOS-Geräten hatten etwa die Benachrichtigung bekommen, dass die Bewegungsaufzeichnung in ihrer Region nicht verfügbar sei. Auch hierzu informiert die Bundesregierung in den FAQ der Anwendung und auf ihrer Webseite.

www.bundesregierung.de

(dpa)