Ein Smartphone für Oma und Opa

Ein Smartphone für Oma und Opa

Kleine Tasten, winzige Symbole und eine komplizierte Bedienung – besonders für Senioren ist es oft schwierig, ein Smartphone zu nutzen. Nun reagieren Hersteller von Geräten und Apps auf die Bedürfnisse ihrer älteren Kundschaft.

Smartphones für Senioren müssen andere Merkmale aufweisen als herkömmliche Geräte. Damit ältere Menschen sie problemlos nutzen können, sollten diese Handys zum Beispiel leichter zu bedienen sein. Ältere oder eingeschränkte Mobiltelefon-Besitzer haben zwei Möglichkeiten: Entweder sie benutzen ein Senioren-Smartphone mit spezieller Hard- und Software oder sie verwenden ein gewöhnliches Gerät und vereinfachen dessen Bedienung mit Hilfe einer bestimmten App. Der Vorteil eines Mobiltelefons für Senioren liegt unter anderem in der Hardware. So hat das Modell emporiaSmart des österreichischen Herstellers Emporia beispielsweise eine Tastatur, die vor das Display geklappt werden kann. Auf diese Weise kann der Nutzer für gewöhnliche Telefon-Funktionen anstelle des berührungsempfindlichen Bildschirms die Tastatur benutzen.

Um die Bedienung weiter zu vereinfachen, gibt es zudem einen Eingabestift. Die Bedienelemente sind groß und übersichtlich angeordnet. Alexander Spier vom c't-Magazin für Computertechnik - es berichtet in der Ausgabe 10/15 über die Geräte - erklärt: "Wenn ein älterer Mensch sich ein geeignetes Smartphone kaufen möchte, ohne viel einstellen zu müssen, dann ist ein speziell dafür konzipiertes Gerät eine bessere Wahl als ein gewöhnliches Smartphone mit entsprechender App." Allerdings sei das grundsätzliche Aussehen des Startbildschirms der getesteten Senioren-Geräte vorgegeben, so dass der Nutzer nicht selbst bestimmen kann, welche Bedienelemente dort zu sehen sind.

Das emporiaSmart beispielsweise habe lediglich vier Elemente auf dem Startbildschirm: Telefon, SMS, Foto-Galerie und Benachrichtigungen. Der Nutzer habe nicht viele Möglichkeiten, es zu modifizieren. Die feste Anordnung der Bedienelemente auf der Oberfläche sei somit ein Vorteil für alle, die selbst nicht mehr viel einstellen möchten. Sie ist jedoch ein Nachteil für diejenigen, die ihre Bedienelemente frei konfigurieren wollen.

App für Senioren

Wer kein spezielles Gerät für Senioren möchte, kann auf ein gewöhnliches Smartphone eine App laden, die die Symbole vergrößert. Eine solche Anwendung ist Big-Launcher. Mit ihr habe der Nutzer, so Spier, viele Möglichkeiten, zu bestimmen, wie die Bedienoberfläche aussehen soll. Er könne genau auswählen, welche Elemente angezeigt werden. Auch hier werden die Bedienelemente der Oberfläche groß und übersichtlich angezeigt.

Die Big-Launcher App ersetzt die Standardoberfläche von Smartphones ab dem Betriebssystem Android 2.1 oder höher. Es gibt eine kostenlose Testversion, die vollständige App kann im Google Playstore für zehn Euro heruntergeladen werden.

Allerdings gibt es auch bei der App ein Problem. Alexander Spier: "Es wird fast nur die Oberfläche verändert." Zwar werde auch noch die App-Übersicht in großen Symbolen angezeigt, sagt Spier, öffnet der Nutzer jedoch eine andere Anwendung, so hat er wieder kleinere Ansichten. Außerdem bleibe die Benachrichtigungszeile im oberen Teil des Bildschirms immer klein. Dies sei bei den Senioren-Smartphones besser gelöst. Hier gebe es eine besondere Software. Diese sorge dafür, dass die große Ansicht auch dann erhalten bleibt, wenn der Nutzer eine App aufruft.

Eine weitere Anwendung, die Senioren die Smartphone-Nutzung erleichtern soll, ist Senior Phone. Diese biete, laut Spier, im Vergleich zur Big-Launcher-App jedoch sehr viel weniger Einstellungsmöglichkeiten. Deshalb gelange der Nutzer schnell zurück zur gewöhnlichen Android-Oberfläche mit kleinen Symbolen und kleiner Schrift. Schon die App-Übersicht werde bei Senior Phone nicht mehr in großen Symbolen angezeigt. Zudem sei die App schlecht übersetzt.